Coughlins Gesetz ein wenig adaptiert. Scheint mir jedoch sehr passend. Ich bin den ganzen Tag durch Manhatten spaziert, ohne wirkliches Ziel. Ich wollte nur möglichst viel von dieser Stadt sehen. Ich weiß nicht mehr genau, wo ich überall war. Ziemlich sicher war ich in der 6th Avenue, denn dort bin ich bei einer Bar vorbeigekommen, vor der ein Plakat einen Live Musik Abend ab 22.00 Uhr ankündigt. Am Abend also kurz ins Hostel, eine Dusche, und dann gleich wieder retour. Da stehe ich nun. Eigentlich sitze ich an der Bar. Diese trennt einen großen Raum in 2 kleinere, auf der einen Seite eine Art Cafe mit Kleinigkeiten zu essen, auf der anderen Seite jede Menge einfacher Holztische mit jeweils 4 Sesseln. Mit dem Rücken zur Glasfront, die die gesamte Straßenseite umfasst, eine kleine Bühne mit 2 Musikern. Die Musik ist toll, genau mein Geschmack, Stimmung mag trotzdem nicht wirklich aufkommen. Ist ja auch nicht wirklich verwunderlich, denn außer mir sind außer den Kellnern nur 4 andere Personen da, und meist bin ich der einzige, der applaudiert. Zumindest kann ich durch meine Beifallsbekundungen die anderen Gäste manchmal dazu animieren, es mir gleich zu tun.
Ein wirkliches Problem ist, dass man in den Lokalen nicht rauchen darf. Die Bar wäre nämlich gar nicht schlecht besucht, würden nicht die meisten Leute am Gehsteig vor dem Lokal stehen und rauchen. Ich geselle mich immer wieder zu ihnen. Ich unterhalte mich mit einem älteren Herrn auf Buffalo. Nach einer kurzen Unterhaltung, die mit dem Thema des Kreuzzuges gegen die Raucher ihren Anfang nimmt, kann ich meinen Gesprächspartner überreden, dass er mit mir in die Bar geht und sich zu mir setzt. Er ist auch begeistert von der Musik. Er erzählt mir, dass er auf Besuch in New York ist. Das erste Mal seit 20 Jahren. Seine Frau hat er im Hotel um die Ecke abgesetzt und sich noch mal in die Stadt gegeben. Wir unterhalten uns sehr gut, und auch sehr lange. Je betrunkener er wird, desto öfter versichert er mir, dass er nicht schwul ist, und desto öfter zündet er sich aus Gewohnheit in der Bar eine Zigarette an. Ich muss ihn immer wieder darauf aufmerksam machen.
Irgendwann hört einer der beiden Musiker, nach etlichen Zugaben, zu spielen auf. Der andere genießt die gute Stimmung im Lokal und spielt einfach weiter. Das macht den ersten offensichtlich ziemlich sauer. Der Sänger, der weiter gespielt hat, setzt sich später auch zu mir an den Tisch. Er erzählt mir, dass sein Kollege nichts davon hält, umsonst länger als vereinbart zu spielen. Er erzählt mir auch, dass er schon in Österreich war. Er hat einige Monate in Europa verbracht und hat diesen Aufenthalt mit Auftritten finanziert. Einen dieser Auftritte hatte er in Innsbruck.
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