Obwohl ich in den letzten Tagen sehr wenig geschlafen habe, wache ich als erster auf, so gegen Viertel nach 7. Ich kann einfach nicht mehr schlafen. Wahrscheinlich kommt jetzt so langsam die Aufregung, mit ein wenig Verspaetung. Eine Stunde spaeter stehen Jenny und Matt auf. Matt geht laufen und will dann den Rasen maehen. Irgendwie sind sie verpflichtet, den Rasen sauer und kurz zu halten, von wem diese Regelung ausgeht, habe ich aber noch nicht herausgefunden. Waehrend Matt weg ist, kehre ich die Terrasse und spritze sie mit dem Schlauch ab. Irgendwie ist die Duese ein wenig defekt und so spritzt das Ding in alle Richtungen, was aber sehr erfrischend ist, weil es schon ziemlich erfrischend ist. Letzte Nacht hat es geregnet, und auch fuer heute ist wieder Regen angesagt.
Nach einer kleinen Hausregellehre von Matt machen wir uns auf den Weg. Unsere erste Station ist das Einkaufszentrum, genauer gesagt das Geschaeft, in dem die Pingiun-Anzuege fuer die Hochzeit ausgeliehen werden. Wir haben uns zwar letzte Woche ziemlich geplagt, bis wir die Masse genommen und geschickt haben, das war aber umsonst. Matt hat die Dame angerufen und gebeten, dass ich keine Strafe fuer die verspaetete Bekanntgabe der Masse zahlen muss, da ich direkt aus Oesterreich komme und unser erste Weg quasi gleich zu ihrem Geschaeft fuehrt. sie nimmt mir also die Masse ab, und da ich im Formular nicht angegeben kann, wie gross in Inch und wie schwer in Pfund ich bin, schaetzt sie das kurzerhand. Sie schaetzt auch meine Schuhgroesse, und die Lackschuhe passen auf Anhieb. Welch ein Augenmass! Ich probiere einige Schritte, aber es ist ziemlich gewoehnungsbeduerftig, damit zu gehen. Da muss ich bei der Hochzeit aufpassen... zumindest habe ich fuer die Hochzeit eine Ausrede, den tanzen kann man in den Dingern sicher nicht! tut mir ja sehr Leid...
Naechster Stopp Bank. Ich bekomme am Bankomaten meine ersten Dollars. Die Bank ist eine ziemlich coole Drive-In Bank, man kann Geld direkt vom Auto aus beheben und auch Einzahlungen machen. Man steckt das Geld in eine Box, die dann in einer Vakuumroehre in die Filiale und retour geschossen wird. Ziemlich laessig.
Danach geht's zum Buero von Matt. Ich habe ihm versprochen, ihm ein wenig bei der Arbeit zu helfen, damit er dann später mehr Zeit für mich hat. Seine Firma verkauft auf eBay Dinge für andere, selbstverständlich gegen Entgelt. Für Österreich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass so etwas funktionieren könnte, zumindest nicht im Moment, aber in den USA scheint es einen großen Markt dafür zu geben. Auf jeden Fall hat Matt derzeit 2 Mitarbeiter und ist auf der fieberhaften Suche nach einem dritten. Die Arbeit ist wirklich spannend, man würde gar nicht glauben, was die Leute so verkaufen und auch selbst kaufen! Zuerst bin ich ein wenig an der Rezeption, sprechen mit Leuten, die sich informierten wollen, was ein wenig komisch ist, wenn man sich selbst nicht so richtig auskennt. Aber es macht Spaß. Später helfe ich dann Matt beim Onlinestellen von Auktionen.
Am Abend sind wir bei Matt's Cousin eingeladen, ich bin schon gespannt, wie das wird.
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