Mittwoch, 16. Mai 2007

Tag 2 mit Zosia

Erste Station ist Mount Bonnell. Das ist eine Aussichtwarte mitten in der Natur, ein paar Stufen führen vom Parkplatz hinauf. Von oben hat man eine gute Aussicht in alle Richtungen, vor allem Richtung Stadtzentrum und Berge.

Fotos Mt. Bonnell


Danach fahren wir zur Laguna Gloria, dem Austin Museum Of Art. Das ist eine herrlich idyllische Künstleranlage, am "See" (dazu später mehr) gelegen. Die Anlage besteht aus einem Haupthaus und vielen kleinen Nebenhäusern, den Studios. Rund um die Anlage gibt es jede Menge Waldwege zum Spazieren und Ausruhen. Irgendwie sieht das aus wie eine Künstlerkolonie, wie wir sie aus dem Fernsehen kennen. Nur, dass hier keine Alt-Hippies wohnen, sondern Kunstlehrer kommen, die den Schülern - meist Frauen - Unterricht geben. Am Gelände laufen überall Pfaue frei herum, die Leute potraittieren die Landschaft. Wenn ich genauer hinsehe, sind das wahrscheinlich doch Alt-Hippies.

Fotos Laguna Gloria

Zum Mittagessen sind wir im Hula Hut, einem Restaurant am Ufer. Das Ganze ist ein wenig auf Hawaii getrimmt, von der Einrichtung bis zu den Kellnerinnen. Wir melden uns am Eingang an und bekommen ein kleines schwarzes Gerät. Wir sollen warten, bis wir aufgerufen werden, wenn ein Platz frei wird. Nach ein paar Minuten beginnt das Kästchen wie wild zu blinken und zu piepsen, das Zeichen, dass ein Tisch frei geworden ist. Das ist zwar technisch sehr interessant, aber da der Wartebereich nur 2 Meter von der Anmeldung entfernt ist, hätten sie uns auch einfach ausrufen können, aber das wäre wohl nicht der Texasstil gewesen. Wir bekommen einen Tisch direkt am See, am Staudamm, der den Town Lake und den Lake Austin trennt. Wenn man das weiß, gehört man hier schon zu den Einheimischen, denn im Prinzip sind das alles keine Seen, sondern es ist der Colorado River. Das Wasser fließt hier so langsam, dass man den Fluss für einen See halten könnte, und sicher spielt auch mit, dass die Einwohner von Austin (der schönsten Stadt in Texas) sehr stolz auf ihre Stadt sind, und da haben sie sich einfach 2 Seen geschaffen. Austin ist übrigens auch die Welthauptstadt der Livemusik ("vergiß New Orleans"). Das Restaurant ist sehr gemütlich, ich essen einen Burger, der ca. 3 Burgern bei McDonald's entspricht. Auch die Qualität ist nicht zu vergleichen, richtige Burger bekommt man halt nur in den USA. Das Bsondere hier in Texas ist, dass alles ein wenig in Richtung TexMex-Food geht, was mir sehr schmeckt. Ich sehe direkt auf das Wasser hinab, dort tummeln sich Schildkröten, die immer wieder auftauchen, um Luft und Sonne zu schnappen, bevor sie wieder untertauchen. Das geht alles sehr schnell, deshalb sind die Viecher auch so schwierig zu fotografieren. Rundherum schwimmen auch riesengroße Fische, die Leute, die in der Nähe angeln, haben bisher jedoch nur Plastiksackerl und ähnlichen Müll gefangen.

Fotos Hula Hut

Danach geht es in die Innenstadt. Ich besuche mit Zosia das Capital, so etwas wie das Parlament. Laut Zosia sind die Abgeordneten in Texas die faulsten im ganzen Land, sie treffen sich nur alle 2 Jahre für ca. 4 Monate. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass die meisten Abgeordneten das nicht hauptberuflich machen, sondern berufstätig sind, Farmen haben etc.

Fotos Capital

Am Abend holen mich Matt und Joseph von dessen Haus ab, und wir fahren zur Happy-Hour der IBM-Angestellten ins Waterloo Ice House. Das ist eine gemütliche Spelunke, wo massen weise Chickenwings mit den verschiedensten Saucen, Chips mit Dips und Bier in großen Krügen serviert werden. Matt und ich müssen jedoch relativ früh weg, denn das Highlight des Tages soll noch folgen.

Foto Waterloo Ice House

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