Nach über 28 Stunden ohne Schlaf trete ich die Reise vom Büro aus an. Der Taxler ist pünktlich da, das ist aber auch schon das einzig Positive. Irgendwie schafft es der Typ nicht, die Lüfung aufzudrehen, im Auto ist es schweineheiß und die Scheiben sind total beschlagen. Immer wieder macht er sich mit einem Taschentuch ein ca. 30x30cm großes Sichtfenster frei, das aber gleich wieder beschlägt. Das Taschentuch steckt er immer wieder in seine Sakkotasche und plagt sich wenig später, es wieder herauszubekommen. Die Fahrt dauert eine Stunde, weil er gescheiterweise die ganze Altmansdorferstraße runter fährt. Als Mitarbeiter eines Airportservices, der schon tausende Male zum Flughafen gefahren ist, sollte er es eigentlich besser wissen. Na gut, zumindest hat er bewiesen, dass er blind zum Flughafen findet, denn gesehen hat er wie gesagt nicht viel.
Am Flughafen gehe ich zum KLM-Schalter, wo sie mir sagen, dass ich zum Austrian-Schalter muss. Das hätte mir eigentlich auch auffallen können, aber ich habe mich ein wenig von der Verpackung irritieren lassen.
Der nette Herr am Schalter sagt als erstes zu mir: "Herr G..., Sie haben Übergepäckt." Woraufhin ich ihm erkläre, wie das wirklich funktioniert und warum ich kein Übergepäck habe. Das sieht er auch ein. Allerdings schickt er mich weg und bittet mich, 15 Minuten später nch einmal zu kommen - tschechische Probleme beim Check-In nach Washington. Ich also nach einiger Zeit nochmal hin, er fragt mich, wo ich sitzen will, ich sage Fenster, er sagt OK, nach einer Weile kommt er aber drauf, dass auf meiner Boarding Card kein Sitzplatz vermerkt ist. Den werde ich direkt beim Boarding bekommen.
Jetzt sitze ich gerade vor dem Gate und warte auf das Boarding. Meinen Sitzplatz habe ich schon, aber die Maschine ist noch nicht da, weil sie getauscht werden musste. Die ganze Chose beginnt also gleich mal mit Warten. Eigentlich sollten wir vor 20 Minuten abgeflogen sein.
Nach dem Check-In habe ich Jack Silver getroffen, er fliegt auch nach Austin, gemeinsam mit Wolfgang. Mal sehen, was mit den beiden wird.
Eine andere gute Nachricht habe ich auch noch: Ich habe in der Nacht noch Matt am Telefon erreicht und weiß jetzt, wo ich wohne. Das sollte mir bei der Einreise helfen. Hoffentlich geht in Washington beim Zoll alles in Ordnung, ich weiß nicht, ob die paar Dosen Budweiser, die ich in der Früh noch beim Spar besorgt habe, das urchgehen. Matt hat mich am Telefon noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass das amerikanische Bier wie Wasser ist und es gut wäre, wenn ich ein paar mitnehmen könnte.
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