Lange mussten wir darauf warten, dass Die Toten Hosen ihre kreative Pause beenden und endlich wieder auf Tour gehen. Nach dem legendären Unplugged-Konzert im Wiener Burgtheater sind sie endlich wieder für ein Konzert in Wien, diesmal in der Stadthalle. Das Konzert war schon mehr als ein Jahr im Voraus ausverkauft. Ich konnte gerade noch eine Restkarte für meinen Bruder bekommen (Dank an meinen Raika-Berater, der für mich alle paar Minuten in den Computer geschaut hat). Und unerwarteter Weise bekam ich dann auch noch ein Karte von einem Freund, der leider selbst nicht mitgehen konnte (danke Reini, dass Du an mich gedacht hast!).
Wir machen uns also auf zur Stadthalle. Ich hatte nicht erwartet, dass das Publikum bei DTH so durchgemischt ist. Es waren natürlich sehr viele junge Menschen da, aber erstaunlicher Weise auch viele Leute quer durch alle Altersschichten. Beginn ist 19.30, und pünktlich tritt Campino auf die Bühne. Noch ist die Halle ziemlich leer, von ausverkauft ist das weit entfernt. Die Leute scheinen zu wissen, wann es wirklich losgeht, denn Campino kündigt nur die Vorband an. Diese kann aber nur ein Lied spielen, weil der Sänger heiser ist. Mir ist das egal, weil wegen der Vorband bin ich sowieso nicht gekommen. Nun dauert es noch eine Stunde, bis das Konzert endlich anfängt.
In der Zwischenzeit füllt sich die Halle, und kurz vor halb 9 steigt die Stimmung im Publikum. Als über die Lautsprecheranlage die White Stripes mit Seven Nation Army gespielt werden, fängt es an zu brodeln. Wie bei einem Fußballspiel starten die Leute Anfeuerungsrufe. Das Konzert beginnt, und von Anfang an spürt man, dass die neuen Nummern wirklich halten, was ihre Titel versprechen: Und alles steht unter Strom!
Nach einem fulminanten Mix aus alten und aktuellen Songs tritt die Band nach 90 Minuten zum ersten Mal von der Bühne ab. Wieder Fußballgesänge im Publikum. Die Band tritt wieder auf die Bühne, Campino im Dress des Wiener Sportclubs. Er ist dort Ehrenmitglied. Ich habe ja schon immer gesagt, dass das der einzig wahre Wiener Fußballverein ist. Jetzt folgt ein ruhigerer Teil im Unplugged-Stil, Campino singt ein Lied mit Gast und Burgtheaterstar Birgit Minichmayr. Danach geht’s noch einmal von der Bühne, bevor das große Finale steigt.
Nach 2,5 Stunden verlassen die Fans zufrieden und weiter singend die Halle. DTH haben eine großartige Show mit allen ihren Hits (ich habe nur „Schön sein“ vermisst) geboten. Nach all den Jahren auf der Bühne spürt man immer noch, dass es ihnen Spaß macht. Das spürt auch das Publikum.
Und dass DTH nicht nur eine tolle, sondern auch intelligente Band ist, beweist Campino mit der Aussage: „Ihr seid das schönste und intelligenteste Publikum, das wir bisher auf dieser Tour hatten. Und die Chancen, dass es so bleibt, stehen nicht schlecht, denn dieses Mal spielen wir nicht in Linz!“