Mittwoch, 24. Dezember 2008

Weihnachten einmal anders

Irgendwie wird Weihnachten jedes Jahr lustiger. Nachdem nun auch mein kleiner Bruder mit seinen 18 Jahren dahinter gekommen ist, dass es das Christkind nicht gibt, ist alles entspannter. Nach dem traditionellen Festessen mit Bratwürschtl und Blunzn waren die ersten Lieder, die wir gesungen haben, keine Weihnachtlieder, sondern jede Menge Oldies. Laut, falsch und mit Begeisterung. Vor allem falsch.

Danach Weihnachtsgeschichten, Weihnachtslieder. Unterbrochen von unserer Katze, die genau dann ein großes Geschäft unter dem Tisch verrichten musste, als wir dort saßen. Die Folge war ein fluchtartiges Verlassen der besinnlichen Feier. Und dann die Weltpremiere. Nachdem es in den letzten Jahren immer meine Aufgabe war, das Weihnachtsevangelium zu lesen, habe ich mich in diesem Jahr zu einer Neuinterpretation entschlossen und das Evangelium gesungen. Ein paar neue Sätze habe ich auch eingebaut, und mich dabei selbst auch noch auf der Gitarre begleitet. Leute, ich muss Euch sagen, das war echt toll, und das, obwohl ich gar nicht Gitarre spielen kann ;-)

Ausklang für den Tag war dann ein Kabarett-DVD-Abend mit meinem Vater. Man kann Hader privat einfach nicht oft genug sehen!

Freitag, 19. Dezember 2008

Machmalauter

Lange mussten wir darauf warten, dass Die Toten Hosen ihre kreative Pause beenden und endlich wieder auf Tour gehen. Nach dem legendären Unplugged-Konzert im Wiener Burgtheater sind sie endlich wieder für ein Konzert in Wien, diesmal in der Stadthalle.

Das Konzert war schon mehr als ein Jahr im Voraus ausverkauft. Ich konnte gerade noch eine Restkarte für meinen Bruder bekommen (Dank an meinen Raika-Berater, der für mich alle paar Minuten in den Computer geschaut hat). Und unerwarteter Weise bekam ich dann auch noch ein Karte von einem Freund, der leider selbst nicht mitgehen konnte (danke Reini, dass Du an mich gedacht hast!).

Wir machen uns also auf zur Stadthalle. Ich hatte nicht erwartet, dass das Publikum bei DTH so durchgemischt ist. Es waren natürlich sehr viele junge Menschen da, aber erstaunlicher Weise auch viele Leute quer durch alle Altersschichten. Beginn ist 19.30, und pünktlich tritt Campino auf die Bühne. Noch ist die Halle ziemlich leer, von ausverkauft ist das weit entfernt. Die Leute scheinen zu wissen, wann es wirklich losgeht, denn Campino kündigt nur die Vorband an. Diese kann aber nur ein Lied spielen, weil der Sänger heiser ist. Mir ist das egal, weil wegen der Vorband bin ich sowieso nicht gekommen. Nun dauert es noch eine Stunde, bis das Konzert endlich anfängt.

In der Zwischenzeit füllt sich die Halle, und kurz vor halb 9 steigt die Stimmung im Publikum. Als über die Lautsprecheranlage die White Stripes mit Seven Nation Army gespielt werden, fängt es an zu brodeln. Wie bei einem Fußballspiel starten die Leute Anfeuerungsrufe. Das Konzert beginnt, und von Anfang an spürt man, dass die neuen Nummern wirklich halten, was ihre Titel versprechen: Und alles steht unter Strom!

Nach einem fulminanten Mix aus alten und aktuellen Songs tritt die Band nach 90 Minuten zum ersten Mal von der Bühne ab. Wieder Fußballgesänge im Publikum. Die Band tritt wieder auf die Bühne, Campino im Dress des Wiener Sportclubs. Er ist dort Ehrenmitglied. Ich habe ja schon immer gesagt, dass das der einzig wahre Wiener Fußballverein ist. Jetzt folgt ein ruhigerer Teil im Unplugged-Stil, Campino singt ein Lied mit Gast und Burgtheaterstar Birgit Minichmayr. Danach geht’s noch einmal von der Bühne, bevor das große Finale steigt.

Nach 2,5 Stunden verlassen die Fans zufrieden und weiter singend die Halle. DTH haben eine großartige Show mit allen ihren Hits (ich habe nur „Schön sein“ vermisst) geboten. Nach all den Jahren auf der Bühne spürt man immer noch, dass es ihnen Spaß macht. Das spürt auch das Publikum.

Und dass DTH nicht nur eine tolle, sondern auch intelligente Band ist, beweist Campino mit der Aussage: „Ihr seid das schönste und intelligenteste Publikum, das wir bisher auf dieser Tour hatten. Und die Chancen, dass es so bleibt, stehen nicht schlecht, denn dieses Mal spielen wir nicht in Linz!“

Sonntag, 8. Juni 2008

Wir fahren zur EM!

Wenn man etwas zu sehr will, bekommt man es meistens nicht. Wenn man etwas nicht so sehr will, trifft einen das Glück dann oft unverhofft. Genauso ist es mir mit Tickets für die Europameisterschaft gegangen. Bei der ersten Möglichkeit habe ich mich nicht für Tickets beworben, beim zweiten Mal habe ich die Deadline einfach versäumt. Nachdem ich ja auch schon ein Ticket für die Weltmeisterschaft 2006 bekommen hatte, habe ich eigentlich nicht damit gerechnet, auch bei der Euro live dabei zu sein. Dann plötzlich ereilt mich, gerade im Olympiapark in Barcelona, der Anruf des guten Schani, und plötzlich habe ich Karten für zwei Spiele der österreichischen Nationalmannschaft. Tja, Kontakte muss mal haben. Und jetzt braucht wirklich keiner mehr sagen, dass es sich nicht auszahlt, LASK-Fan zu sein ;-)

Der große Tag ist da, die Anspannung groß. Um mich etwas abzulenken und die Zeit zu verkürzen, packe ich meine Hausmannsfähigkeiten aus und nähe noch schnell meine Österreich-Fahne um. Im roten Wien kommt das Logo einer anderen Partei wahrscheinlich nicht so gut an, auch wenn es sich um den Regierungspartner handelt. Außerdem habe ich Angst, bei den strengen Regelungen nicht mit dem Schal ins Stadion zu kommen. Während ich also so vor mich hinnähe, alles Handarbeit versteht sich, vernehme ich auf der Straße vor meinem Haus einen ziemlichen Krawall. Ein Bus voller kroatischer Fans parkt sich vor der Haustür ein. Die Fans kehren im Wirtshaus gegenüber ein, das auch einem Kroaten gehört. Ein ziemlich netter Typ, manchmal gehe ich zu ihm rüber, um mir Fußballspiele anzusehen. Und weil er nicht nur nett ist, sondern auch intelligent, sympatisiert er auch ein wenig mit dem LASK.

Auf dem Weg ins Stadion merkt man schon die Anspannung und die Vorfreude auf das große Spiel. Österreichische und kroatische Fans fahren friedlich gemeinsam in der U-Bahn, die ganze Stadt ist sozusagen rot-weiß-rot. manchmal gestreift und manchmal kariert. Ich fahre zum ersten Mal mit der verlängerten U2 bis direkt zum Stadion. Die Kontrollen sind unkompliziert. Ca. 1,5 Stunden vor Spielbeginn sitzen wir auf unseren Plätzen, die Stimmung im Stadion ist schon sehr gut. Immer wieder, immer wieder, immer wieder Österreich!

Bevor das Spiel beginnt muss ich noch schmerzhaft erfahren, dass das offizielle Euro-Bier in seiner alkoholfreien Variante schmeckt wie ein Radler. Wer mich kennt, kann sich vorstellen, wie groß die Leiden waren. Aber egal, kein Bier mehr, ist eh zu teuer.

Endlich der Anpfiff. Kroatien beginnt überfallsartig, und in der 3. Minute der große Schock. Ein Kroate fällt im Strafraum, Elfmeter. Fairer Weise muss man sagen, dass der Elfer gerechtfertigt war, aber verdient haben wir ihn nicht, so ehrlich muss man sein. Nach dem Tor sind die Österreicher verunsichert, aber auch Kroatien tut nicht allzu viel für das Spiel, und so bleibt das Spiel in der ersten halben Stunde mehr oder weniger unspektakulär. Die Fans feuern die Mannschaft unablässig an, und als in der 30. Minute die ersten "Ivo, Ivo!"-Rufe ertönen, beginnt die große Zeit der Österreicher. Sie beherrschen das Spiel, spielen gute Chancen heraus. Nur im Abschluss hapert es. Nach der Pause dasselbe Bild. Von Kroatien ist kaum mehr etwas zu sehen, Österreich läuft Sturm. In der 60. Minute ist es dann soweit: Leise Rufe beginnen, werden immer lauter, und als Ivo das Spielfeld betritt, sind die Leute nicht mehr zu halten. Standing Ovations schon vor dem ersten Ballkontakt, die Hoffnung, das Spiel doch noch drehen zu können, ist deutlich spürbar. Österreich, mit 2 weiteren Spielerwechseln, wir noch gefährlicher, die Kroaten sind stehend k.o. Österreichische Chancen im Minutentakt, doch der erfolgreiche Abschluss fehlt. Und so müssen wir uns als bessere Mannschaft geschlagen geben.

Die Abreise vom Stadion ist im Gegensatz zur Anreise eine Qual. Bei der Station beim Stadion geht gar nichts, da scheinen die Organisatoren völlig überfordert. Also gehen wir zu Fuß zur nächsten Station, wo wir uns gleich noch in die erste anfahrende U-Bahn drängen können. Passend zur Stimmung schüttet es in Strömen, aber wenigstens sind wir während des Spieles von Regen verschont geblieben.

Mehr Fotos zum Event gibts wie immer in meiner Fotogalerie (siehe Link in der linken Spalte).

Montag, 5. Mai 2008

Jesus kann kicken, aber nicht ausparken

Nach einem anstengenden Seminar in der Nähe von Sevilla kommen wir Sonntag Mittag in Sevilla an. Die Abreise ist erst am Montag. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den anderen Teilnehmern, die noch nicht gleich nachhause fahren, wird kollektiv beschlossen, das schöne Wetter für einen Nachmittag im Park zu nutzen. Mir ist das aber zu fad, und weil ich mir vor kurzem sagen lassen habe, dass ich eh so gscheit bin, habe ich natürlich einen Geistesblitz! In Spanien wird ja immer sonntags Fußball gespielt, und nachdem es in Sevilla zwei Fußballclubs gibt, ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, dass ein Club ein Heimspiel bestreitet.

So ist es dann auch, und glücklicherweise spielt sogar der FC zuhause. Von den anderen will keiner mitkommen, also mache ich mich alleine auf den Weg. Die Stimmung im Stadion ist wirklich bemerkenswert, solche Anfeuerungen und eine solche Begeisterung habe ich bisher kaum wo gesehen. FC Sevilla gewinnt gegen Valladolid 2:0, und mir als erfahrenen Spielerbeobachter sticht vor allem der rechte Mittelfeldspieler von Sevilla, Jesus Navas, ins Auge. Der wäre doch was für den LASK!

Den Abend verbringen wir in einem Lokal in der Stadt, und nach einem langen Tag bin ich wirklich schon sehr froh, als wir ins Quartier kommen. Am nächsten Tag stehe ich zeitig auf, damit ich den Bus zum Flughafen nicht verpasse. Ich verabschiede mich noch von den Mitarbeitern, und unverhofft wird mir angeboten, mich mit dem Auto zum Flughafen zu bringen. Jesus geht mit mir zum vollgeparkten Parkplatz, lädt mein Gepäck ein. Das Wegfahren gestaltet sich allerdings schwierig. Zugegeben, es ist schon eng auf dem Parkplatz, aber da Jesus nicht sehr geschickt mit dem Auto umgeht, wird das Ausparken zum Geduldsspiel. Nach einigen Minuten haben wir es endlich geschafft, und wir machen uns auf den Weg zum Flughafen. Freilich nicht, ohne uns aufgrund der Fahrweise von Jesus wütend anhupen zu lassen.

Freitag, 2. Mai 2008

2008 - A Spain Odyssey

In der heutigen Zeit haben es Raucher ja schon ziemlich schwer, aber manchmal müssen wir wirklich extrem leiden. Ich mache mich also auf dem Weg zu einem Seminar in Sevilla, Ankunft kurz nach Mitternacht. Und weil ich ja weiß, dass Zigaretten in Spanien günstiger sind als bei uns, kaufe in mir daheim keine zusätzliche Packung mehr. Ich werde am Flughafen schon erwartet, und ab gehts in einen Ort nahe Sevilla. Dort gibts außer nix leider nicht sehr viel, und so muss ich mir die verbleibenden Zigaretten gut einteilen, bis wir am nächsten Abend einen Ausflug nach Sevilla machen.

Und weil es die spanischen Kollegen so gut mit uns meinen, können wir nicht irgendwie frei in der Stadt herumlaufen, sondern werden durch die Stadt geführt und besichten irgendeinen Palast. Gegen Mitternacht gehts endlich zum Abendessen, und da bietet sich mir endlich die Gelegenheit, Zigaretten zu kaufen. Ich stehe vor dem Lokal, rauche. Eine junge Spanierin ebenso. Ich frage also auf englisch, wo ich denn am besten Zigaretten kaufen könnte. Da die gute aber leider kein Englisch spricht, entscheidet sie, dass wir uns auf Spanisch unterhalten. Dazu muss ich aber sagen, dass ich nur ca. 30 Worte Spanisch kann, und die Hälfte davon sind Essen, Getränke und Schimpfwörter. Aber irgendwie schafft sie es, mir klarzumachen, wo ich meine Zigaretten bekomme: An einem Automaten in einer nahe gelegenen Bar.

Also machen wir uns auf den Weg, und endlich kommen wir zum Objekt der Begierde. Der Heilige Gral, wenn man so will. Ich will Geld einwerfen, aber der Automat funktioniert nicht. Nach längerem Grübeln verstehe ich, dass an Jugendliche unter 16 Jahren keine Tabakwaren verkauft werden dürfen, also muss man sich als potentieller Kunde an den Mann hinter dem Tresen wenden. Ich gehe also hin und bitte den Barkeeper um die Freischaltung des Automaten. Er macht das für mich, benützt dazu eine Art von Fernbedienung. Ich gehe also wieder zum Automaten, werfe Geld ein und muss feststellen, dass das wieder nicht funktioniert. Nach weiterem Grübeln ist klar: Der Automat will das Geld genau haben. Also wieder zum Barkeeper, der wechselt mir das Geld. Zurück zum Automaten. Funktioniert nicht. Grübeln. Aha, der muss wieder frei geschaltet werden. Also wieder zum Barkeeper. Der ist schon genervt. Drückt aber trotzdem brav aufs Knopferl. Ich gehe wieder zum Automaten, da steht aber plötzlich ein anderer Gast und wirft Geld rein. Ich warte geduldig, bis er fertig ist. Werfe Geld ein. Geht nicht. Grübeln. Freischalten! Also wieder zum Barkeeper, der mittlerweile schon sehr genervt ist. Er schaltet frei, ich kann endlich meine Zigaretten kaufen. Eigentlich wollte ich zwei Packungen und ein Feuerzeug kaufen, aber das will ich mir und dem armen Barkeeper heute nicht mehr antun.

Ein Unglück kommt selten allein, und während wir uns auch dem Heimweg machen, geht mein Feuerzeug ein. Na supa. Ein paar Zündvorgänge kann ich noch rausquetschen, aber dann ist wirklich Schluss. Ich bitte eine Kollegin aus Spanien, mir ein Feuerzeug oder Zünder zu besorgen. Das kann ja nicht so schwer sein. Ist es auch nicht, und so bekomme ich eine frische Packung Zünder. Direkt aus der Sakristei.

Freitag, 22. Februar 2008

Sperrstund is

Deine letzte Sperrstunde ist leider viel zu früh und für mich völlig unerwartet gekommen. Ich werde Dich immer als einen lebensfrohen, lustigen Menschen in Erinnerung behalten, der nie um einen Schmäh verlegen war. Danke für die Zeit, die ich bei Dir, mit Dir verbringen durfte. Dein Abschied hinterlässt ein tiefes Loch, doch wir werden so weitermachen, wie Du es immer gefordert hast: "Mit Aunstaund".

Ich weiß nicht, warum Du von uns gehen musstest, aber ich weiß, dass es für alles seine Zeit und seinen Grund gibt. Dieses Lied ist für Dich.
Du wirst mir fehlen, Du Lauser!