Montag, 5. Mai 2008

Jesus kann kicken, aber nicht ausparken

Nach einem anstengenden Seminar in der Nähe von Sevilla kommen wir Sonntag Mittag in Sevilla an. Die Abreise ist erst am Montag. Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit den anderen Teilnehmern, die noch nicht gleich nachhause fahren, wird kollektiv beschlossen, das schöne Wetter für einen Nachmittag im Park zu nutzen. Mir ist das aber zu fad, und weil ich mir vor kurzem sagen lassen habe, dass ich eh so gscheit bin, habe ich natürlich einen Geistesblitz! In Spanien wird ja immer sonntags Fußball gespielt, und nachdem es in Sevilla zwei Fußballclubs gibt, ist die Wahrscheinlichkeit gar nicht so gering, dass ein Club ein Heimspiel bestreitet.

So ist es dann auch, und glücklicherweise spielt sogar der FC zuhause. Von den anderen will keiner mitkommen, also mache ich mich alleine auf den Weg. Die Stimmung im Stadion ist wirklich bemerkenswert, solche Anfeuerungen und eine solche Begeisterung habe ich bisher kaum wo gesehen. FC Sevilla gewinnt gegen Valladolid 2:0, und mir als erfahrenen Spielerbeobachter sticht vor allem der rechte Mittelfeldspieler von Sevilla, Jesus Navas, ins Auge. Der wäre doch was für den LASK!

Den Abend verbringen wir in einem Lokal in der Stadt, und nach einem langen Tag bin ich wirklich schon sehr froh, als wir ins Quartier kommen. Am nächsten Tag stehe ich zeitig auf, damit ich den Bus zum Flughafen nicht verpasse. Ich verabschiede mich noch von den Mitarbeitern, und unverhofft wird mir angeboten, mich mit dem Auto zum Flughafen zu bringen. Jesus geht mit mir zum vollgeparkten Parkplatz, lädt mein Gepäck ein. Das Wegfahren gestaltet sich allerdings schwierig. Zugegeben, es ist schon eng auf dem Parkplatz, aber da Jesus nicht sehr geschickt mit dem Auto umgeht, wird das Ausparken zum Geduldsspiel. Nach einigen Minuten haben wir es endlich geschafft, und wir machen uns auf den Weg zum Flughafen. Freilich nicht, ohne uns aufgrund der Fahrweise von Jesus wütend anhupen zu lassen.

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