Donnerstag, 31. Mai 2007

Begrabe die Raucher, sie verpesten die Kneipe

Coughlins Gesetz ein wenig adaptiert. Scheint mir jedoch sehr passend. Ich bin den ganzen Tag durch Manhatten spaziert, ohne wirkliches Ziel. Ich wollte nur möglichst viel von dieser Stadt sehen. Ich weiß nicht mehr genau, wo ich überall war. Ziemlich sicher war ich in der 6th Avenue, denn dort bin ich bei einer Bar vorbeigekommen, vor der ein Plakat einen Live Musik Abend ab 22.00 Uhr ankündigt. Am Abend also kurz ins Hostel, eine Dusche, und dann gleich wieder retour. Da stehe ich nun. Eigentlich sitze ich an der Bar. Diese trennt einen großen Raum in 2 kleinere, auf der einen Seite eine Art Cafe mit Kleinigkeiten zu essen, auf der anderen Seite jede Menge einfacher Holztische mit jeweils 4 Sesseln. Mit dem Rücken zur Glasfront, die die gesamte Straßenseite umfasst, eine kleine Bühne mit 2 Musikern. Die Musik ist toll, genau mein Geschmack, Stimmung mag trotzdem nicht wirklich aufkommen. Ist ja auch nicht wirklich verwunderlich, denn außer mir sind außer den Kellnern nur 4 andere Personen da, und meist bin ich der einzige, der applaudiert. Zumindest kann ich durch meine Beifallsbekundungen die anderen Gäste manchmal dazu animieren, es mir gleich zu tun.

Ein wirkliches Problem ist, dass man in den Lokalen nicht rauchen darf. Die Bar wäre nämlich gar nicht schlecht besucht, würden nicht die meisten Leute am Gehsteig vor dem Lokal stehen und rauchen. Ich geselle mich immer wieder zu ihnen. Ich unterhalte mich mit einem älteren Herrn auf Buffalo. Nach einer kurzen Unterhaltung, die mit dem Thema des Kreuzzuges gegen die Raucher ihren Anfang nimmt, kann ich meinen Gesprächspartner überreden, dass er mit mir in die Bar geht und sich zu mir setzt. Er ist auch begeistert von der Musik. Er erzählt mir, dass er auf Besuch in New York ist. Das erste Mal seit 20 Jahren. Seine Frau hat er im Hotel um die Ecke abgesetzt und sich noch mal in die Stadt gegeben. Wir unterhalten uns sehr gut, und auch sehr lange. Je betrunkener er wird, desto öfter versichert er mir, dass er nicht schwul ist, und desto öfter zündet er sich aus Gewohnheit in der Bar eine Zigarette an. Ich muss ihn immer wieder darauf aufmerksam machen.

Irgendwann hört einer der beiden Musiker, nach etlichen Zugaben, zu spielen auf. Der andere genießt die gute Stimmung im Lokal und spielt einfach weiter. Das macht den ersten offensichtlich ziemlich sauer. Der Sänger, der weiter gespielt hat, setzt sich später auch zu mir an den Tisch. Er erzählt mir, dass sein Kollege nichts davon hält, umsonst länger als vereinbart zu spielen. Er erzählt mir auch, dass er schon in Österreich war. Er hat einige Monate in Europa verbracht und hat diesen Aufenthalt mit Auftritten finanziert. Einen dieser Auftritte hatte er in Innsbruck.

Irgendwann wird die Bar geschlossen. Eigentlich werden nur die Türen geschlossen, denn die Kellner feiern mit ein paar Gästen noch eine kleine After-Party. Eine kleine Seitentüre bleibt für die Raucher offen. Nach einigen Bierchen und Long Island Ice Teas verlasse ich aber dann die Party und leiste mir ein Taxi zum Hostel.

Mittwoch, 30. Mai 2007

In den Straßen von New York

Am Südende des Central Park geht’s dann richtig los mit Manhatten. Ich schlendere die berühmte 5th Avenue entlang, bis zu Tiffany’s. Leider ist das nicht ganz so aufregend wie im Film. Und Audrey Hepburn ist auch tot. Weiter zum Empire State Building, wo ich gleich mal hochfahre. Es ist eine ziemliche Prozedur, bis man da ganz hinauf kommt, Sicherheitskontrollen, jede Menge andere Touristen, also viel anstellen. Aber es zahlt sich aus, die Aussicht und der Rundumblick sind wirklich toll.

Weiter geht’s durch die Straßen der Umgebung, 6th, 7th, 8th Avenue, Broadway, Times Square. Dort gibt’s tagsüber vor allem viel Verkehr, kreuz und quer. Und natürlich überall die Yellow Cabs. Wenn man es nicht eilig hat, ist es ein gutes Gefühl, während der rush hour ganz langsam inmitten der eilenden Menschenmassen zu gehen.

Da ich die große Liebe meines Lebens am Nachmittag noch nicht gefunden habe, beschließe ich, abends um 10 nochmal aufs Empire State Building zu gehen. Vielleicht habe ich ja jetzt mehr Glück. Oben angekommen ist von der großen Liebe keine Spur, aber New York bei Nacht ist traumhaft. All die Lichter, der Verkehr. New York sieht bei Tag schon riesig aus, aber mit den Beleuchtungen bei Nacht erkennt man erst die wirklichen Dimensionen.

Gegen Mitternacht fahre ich mit der U-Bahn Richtung Hotel. Die Züge sind nicht die neuesten, aber wirklich gut klimatisiert. Ich weiß nicht, warum das in Wien selbst bei den neuen Garnituren nicht wirklich funktioniert. Ich frage mich auch zum wiederholten Male, wie wir in Österreich überhaupt ohne Klimaanlagen auskommen können. Wenn man sich einmal daran gewöhnt, kann man es sich gar nicht mehr anders vorstellen.

Der Bürgermeister von Strawberry Fields

Ein kurzes nicht chronologisches Intermezzo:

An den vier Tagen meines Aufenthalts in New York war ich viermal bei Strawberry Fields. Am ersten Tag war ich noch sehr damit beschäftigt, die Gegend zu erkunden und gute Fotos zu schießen, auf denen ich möglichst auch einmal drauf bin. Anfangs habe ich ihn gar nicht richtig bemerkt, ihn für einen der vielen Tourist Guides gehalten, aber als ich dann noch mal hingekommen bin ist mir bewusst geworden, dass er sich dort gemütlich eingerichtet, hat, dass er die Leute kennt, dass er, zumindest tagsüber, dort lebt: Gary. Der Bürgermeister von Strawberry Fields. So nennt er sich zumindest selbst. Und wird mittlerweile auch von denen, die ihn kennen, so genannt. Eigentlich hat er einen spanischen Namen, aber den kann sich keine merken, also nennen ihn halt alle Gary. Im Prinzip kann man sagen, dass Gary ein Sandler ist. Er hängt seit über 14 Jahren, die letzten davon sogar durchgehend, in Strawberry Fields herum und hat dort eine Parkbank in Beschlag genommen. Begleitet wird er von seinem Hund. Auch seine Freundin öfters mal vorbei. Beide sind Drogen nicht abgeneigt, aber während man Gary ab und zu mal mit einem Joint sieht, deutet das Aussehen seiner Freundin darauf hin, dass da auch noch andere Mittelchen im Spiel sind.

Was Gary von einem „normalen Sandler“ unterscheidet, ist seine Liebe zu Strawberry Fields und seiner Geschichte. Täglich schmückt er das Imagine-Mosaik auf eine andere Weise, meist mit Blumen und Ähnlichem, nach seinen eigenen Erzählungen hat er dafür aber auch schon exotischere Gegenstände wie etwa Bananen herangezogen. Alle Fremdenführer in der Umgebung dürften Gary mittlerweile kennen, denn immer, wenn eine Gruppe sich dem Mosaik nähert erhebt sich Gary von seiner Parkbank und geht auf die Gruppe zu. Derzeit humpelt er wohl eher auf die Gruppe zu, denn sein Fuß ist eingegipst. Dann erzählt er über die Geschichte von Strawberry Fields, verweist auf das Dakota Building wirbt mittels seiner Verzierungen für den Frieden. Natürlich kann man ihm auch eine Kleinigkeit zukommen lassen, was die Leute auch eifrig tun. Er hat dafür eine Gitarre auf das Mosaik gelegt, in die die Leute die Münzen hineinwerfen. Unter meinen Video-Links findet sich auch ein Video von Gary. Das dürfte übrigens zur selben Zeit aufgenommen worden sein, in der auch ich dort war, denn er trägt auch in dem Video einen Gips.

Strawberry Fields Forever

Der Eingang zu Strawberry Fields befindet sich auf Höhe der 72 Straße West. Hier an der Kreuzung mit der 8th Ave., die an dieser Stelle Central Park West heißt, steht das berühmte Dakota-Building, jenes Haus, in dem John Lennon und Yoko Ono gewohnt haben. Genauer gesagt wohnt Yoko Ono immer noch dort. Von der Kreuzung aus sieht man am Dakota-Building ein Fenster mit weißen Fensterläden, dahinter befindet sich das Pianozimmer von John Lennon, das man aus diversen Videos kennt. Im Jahr 1980 (am 8. Dezember, für alle, die es genau wissen wollen) wurde John Lennon von Mark David Chapman direkt vor dem Gebäude erschossen.

Gleich beim Eingang zum Central Park war John und Yokos Lieblingsteil des Parks. Dieser Teil, eingegrenzt von Fußwegen, hat die Form einer Träne. Nach Johns Tod hat Yoko Ono einen beträchtlichen Geldbetrag an die Verwaltungsgesellschaft des Central Park bezahlt, der für die Pflege dieses Teils des Parks verwendet werden sollte. Gleichzeitig bekam er den Namen Strawberry Fields, angelehnt an einen berühmten Musiktitel der Beatles. Das ursprüngliche Strawberry Fields ist übrigens ein Waisenhaus in der Nähe von Liverpool, das mittlerweile geschlossen wurde. John und seine Freunde haben als Kinder oft dort in der Nähe gespielt, daher die Inspiration für den Song.

Der Parkteil bekam aber nicht nur einen Namen, der an John Lennon erinnern sollte, sondern wurde auch als Oase der Ruhe und des Friedens eingerichtet. Eine Tafel zählt alle Länder auf, die in Frieden leben. Nachdem diese 1985 aufgestellt wurde, ist sie natürlich und leider nicht mehr ganz aktuell. Zentrales Element in Strawberry Fields ist ein kreisrundes Mosaik, das von irgendwelchen Italienern gestiftet wurde. Es ist an ein antikes Mosaik angelehnt, besteht aus schwarzen und weißen Steinen und beschreibt im Kreisinneren einen weiteren Songtitel von John Lennon: Imagine. Imagine all the people living life in peace. Das ist auch das zentrale Motiv des gesamten Park.

Ich habe ja schon erwähnt, dass Strawberry Fields eine Oase des Friedens und der Ruhe sein soll, und in einer gewissen Weise ist es das wirklich. Wenn man von den unzähligen Touristen, Reisegruppen und durcheilenden New Yorkern absieht, wenn man das alles einfach ignoriert, sich gemütlich auf eine Bank setzt und einfach nur beobachtet, kann man hier inmitten von Leuten, wirklich seine Ruhe finden. Nicht unbedingt an der Stelle, wo sich das Mosaik befindet, aber sicher auf einer der umliegenden Wiesen. Ich habe mir Strawberry Fields auch immer als John Lennon Memorial vorgestellt, wo die Leute sitzen und Lieder der Beatles singen. Da habe ich mich ziemlich getäuscht, denn laut den Hinweisschildern im Park soll hier Ruhe sein, das Musizieren oder Hören von Musik ist untersagt. Einerseits kann ich das nachvollziehen, andererseits würde sich aber gerade das anbieten, um das Andenken und die Musik weiterleben zu lassen.

Im Central Park

Die meisten Leute in Austin haben mich gefragt, was ich auf meiner weiteren Reise besonders gerne sehen will, speziell in New York. Ich habe immer nur gesagt, dass ich zu Strawberry Fields will. Nona, als Beatles Fan. Ich kann es nicht genau beschreiben, aber aus irgendeinem Grund war mir das besonders wichtig. Ich weiß, dass es in New York unendlich viele interessante Dinge zu sehen gibt, von denen ich mir auch einige ansehen will. Aber wenn ich mich für etwas entscheiden müsste, würde ich Strawberry Fields wählen.

Deswegen ist mein erstes Ziel in New York auch der Central Park. Durch meine geographische Lage begünstigt, entschließe ich mich, zuerst vom Norden her eine Runde durch den Park zu gehen und abschließend als Höhepunkt zur Erdbeerwiese (wie wir Prater sagen würden) zu gehen. Ich stelle mir das ein wenig vor wie in den Vatikanischen Museen, wo man sich langsam durch die Museen bis zum krönenden Höhepunkt, der Sixtinischen Kapelle, vorarbeitet.

Der Central Park ist eine riesengroße Oase der Ruhe mitten in Manhatten. Er ist ein wenig vergleichbar mit der Donauinsel, jedoch viel zentraler gelegen. Ich kann zu Fuß direkt vom Hotel hingehen und betrete den Central Park am nord-westlichen Ende auf Höher der 103. Straße. Wo das ist, haben wir ja bereits gelernt. Es gibt hier viele Möglichkeiten zum Radfahren, Skaten, Laufen etc., aber auch viele kleine idyllische Wanderwegchen durch den Wald. Auf seinem Weg stößt man auf versteckte Wasserfälle, Tiere aller Art, Teiche, und und und … Schon auf den ersten Blick ist das alles überwältigend, und wenn man ein wenig herumgeht wird es mit jeder Minute noch schöner. Man bewegt sich immer zwischen totaler Grüne, von der aus man die Stadt nicht ausmachen kann, und Wiesen mit einer wunderbaren Aussicht auf die Wolkenkratzer und Gebäude von Manhatten. Ich wandere ca. 3 Stunden durch den Park. Weil ich bewusst auf eine Karte verzichte und bekanntlich keinen Orientierungssinn habe, passiere ich manche Stellen auch mehrmals. Aber wie gesagt, ich genieße es, ohne wirklichen Plan herumzuwandern.

New York City

Grob gesagt ist Manhatten eine Halbinsel mit Nord-Süd-Ausrichtung. Wenn man es genau nimmt, mit Nordost-Südwest-Ausrichtung. Ich bleibe mal bei der einfachen Darstellung. Wie das Wort Halbinsel vermuten lässt, ist Manhatten zu drei Seiten von Wasser umgeben. Im Westen ist das der Hudson River, der die Grenze zu New Jersey darstellt, im Osten ein Fluss mit dem originellen Namen „East River“. Im Süden befindet sich die Upper New York Bay, die weiter südlich über die Lower New York Bay in den Atlantik mündet.

New York City setzt sich aus 5 Stadtteilen zusammen, deren Zentrum Manhatten darstellt. Im Nordosten grenzt die Bronx an Manhatten, erreichbar über mehrere Brücken. Die Bronx ist der einzige Stadtteil, der nicht auf einer Insel liegt. Sie ist Teil des „richtigen“ Festlandes und wird im Süden durch Manhatten und den East River begrenzt.

Über den East River kommt man von Manhatten nach Queens. Dort befinden sich unter anderem die beiden wichtigen New Yorker Flughäfen LaGuardia und JFK sowie Flushing Meadows, wo die US Open Tennismeisterschaften ausgetragen werden (deshalb die vielen Flugzeuge). Südlich von Queens und somit südöstlich von Manhatten findet sich Brooklyn, mit Manhatten durch die berühmte Brooklyn Bridge verbunden.

Der letzte Stadtteil ist Staten Island. Er befindet sich südlich von Manhatten, westlich von Brooklyn. Das Gewässer zwischen Brooklyn und Staten Island ist der Übergang zwischen Upper und Lower New York Bay.

Um das Ganze jetzt noch ein wenig verwirrender zu machen, ist noch zu erwähnen, dass sich Brooklyn und Queens an der Westspitze von Long Island befinden, dort, wo der berühmte Eistee herkommt.

Ich weiß, das hört sich furchtbar kompliziert an, aber wenn man sich das einmal auf einer Karte ansieht, ist das ganz logisch und einfach. Ich empfehle dazu http://maps.google.de

Manhatten wird oft als Synonym für New York genannt. Es ist zweifelsohne das Zentrum, dort gibt es die meisten Sehenswürdigkeiten bzw. das, was wir von New York kennen. Da alles schachbrettartig angeordnet ist, kann man sich relativ leicht zurecht finden, wenn man mal das Grundprinzip kapiert hat. Von Süden nach Norden ziehen sich 12 Avenues, am Ostende die 1st, am Westende die 12th Avenue. Schräg durch ganz Manhatten, von Südosten nach Nordwesten, zieht sich der Broadway. Von Osten nach Westen ist Manhatten in Streets geteilt, beginnend im Süden. Dort haben die Straßen noch verschiedenen Namen, ab der 8. Straße werden sie nur mehr nach den Nummern genannt. Bis zum Norden kommt man auf etwa 180 Straßen. Damit man die Straßen etwas genauer lokalisieren kann, sind sie noch in E (Ost) und W (West) unterteilt. Durch dieses Prinzip kann man Plätze in der Stadt relativ genau angeben, das Empire State Building befindet sich zum Beispiel an der Ecke 5th Avenue/34th Street.

Alles klar?

Fotos

Dienstag, 29. Mai 2007

Ankunft in New York

Es wird nun endgültig Zeit, dass ich Austin verlasse und noch ein wenig mehr vom Land sehr. Der Flug nach New York geht heute Abend. Ich werde auf dem Flughafen Newark in New Jersey landen. Gestern habe ich mich noch ein wenig über Shuttledienste informiert, und da eine Buchung über das Internet nicht mehr möglich war, sagt mir eine Dame am Telefon, dass ich am Flughafen einfach zum Ground Transportation Desk gehen und eine Nummer anrufen soll, dann ist das kein Problem.

Matt bringt mich zum Flughafen, ich hatte schon ein wenig Angst, dass ich den Flug verpasse, weil er natürlich wieder einmal zu spät von der Arbeit nachhause gekommen ist. Ich musste dreimal bei ihm anrufen und ihn darauf hinweisen, dass wir schon zu spät dran sind. Im Endeffekt geht sich aber doch noch alles aus. Während der Fahrt erinnert mich Matt noch einmal eindringlich daran, dass er sich erwartet, dass ich ihm und Jenny viele Souveniers von meinem Trip mitnehme.

Ich komme gegen 22 Uhr in Newark an. Dort gehe ich, wie mir gesagt wurde, zum Informationsschalter und rufe die Nummer des Shuttles an. Dort wird mir gesagt, dass die nächste Shuttlefahrt erst gegen Mitternacht stattfinden kann. Das ist mir zu lange, also suche ich mir eine Alternative. Der Informationsschalter ist noch besetzt, und dort bekomme ich einen anderen Shuttledienst vermittelt. Der Fahrer holt mich 5 Minuten später ab, ich bin der letzte Fahrgast in einem schon fast vollen Kleinbus. Wir fahren durch die Nacht Richtung Manhatten, und jetzt sehe ich zum ersten Mal die fantastische Skyline von Manhatten.

Unsere Route führt uns direkt zum Times Square, dort und in der Umgebung liefern wir nach und nach die anderen Gäste ab. Mein Hotel liegt am weitesten entfernt, deshalb werde ich als Letzter abgeliefert. Der Fahrer entschuldigt sich bei mir, dass er mich als letztes absetzt, aber irgend jemand muss ja der Letzte sein. Für mich ist das aber überhaupt kein Problem, ich bin ihm im Gegenteil sogar sehr dankbar dafür, denn so bin ich in den Genuss einer kostenlosen Nachtrundfahrt durch Manhatten gekommen.

Mein Hotel ist eigentlich kein Hotel, sondern ein Hostel, also eine Art Jugendherberge. Alles Andere wäre entweder ziemlich teuer oder ziemlich weit außerhalb gewesen. Die „West End Studios“ befinden sich in der West End Avenue auf Höhe der 183sten Straße. Das ist ungefähr die Höhe, auf der der Central Park im Norden beginnt. Das Zimmer ist sehr klein, außer einem Bett, einem kleinen Waschbecken und einem Fernseher (bei dem man eigentlich keinen Sender so richtig empfangen kann) ist nichts vorhanden. Es gibt 2 WCs mit Dusche für den gesamten Stock. Da es keine Klimaanlage gibt, ist es im Zimmer sauheiß, aber da ich nicht vorhabe, dass ich mehr Zeit als zum Schlafen im Hotel verbringe, nehme ich das alles in Kauf.

Montag, 28. Mai 2007

Memorial Day

Joseph beschließt, dass der Memorial Day gefeiert werden muss. Ganz spontan bastelt er am Sonntag ein Schild, „How about a block party? Monday 5:00“. Dieses stellt er vor seinem Haus auf. Auch wir wollen zu dieser Party einen Beitrag leisten, also helfe ich Matt, 2 Gallonen seines berühmten „Hurricane“ zu mixen. Außerdem packen wir noch eine riesige Kühlbox, amerikanische Flaggen, Sesseln, Tische usw. ins Auto. Das Auto ist vollgepackt, also ob eine 5-köpfige Familie für einen Monat in den Urlaub fahren würden. Das ist halt wieder einmal typisch Matt.

Als wir bei Joseph und Zosia ankommen, haben die beiden schon mit den Vorbereitungen begonnen. Joseph hat Getränke bereitgestellt und grillt, Zosia macht Salate. Nach und nach kommen die Nachbarn aus ihren Häusern, bringen Sesseln, Essen und Getränke mit und machen es sich auf der Straße gemütlich. Ich habe mir eigentlich nicht vorstellen können, dass ein simples Schild so wirkt, aber es ist wirklich eine nette Runde, so ca. 20 Leute, gekommen. Ich unterhalte mich sehr lange mit einem älteren Ehepaar mit kroatischen Wurzeln, das sehr gut Deutsch spricht. Das sind übrigens auch die Lieblingsnachbarn von Joseph, weil sie über die Sommermonate immer in ihrem Haus in der Nähe von San Francisco sind. Joseph passt während dieser Zeit immer auf ihren Pool auf und kann nackt darin…

Es ist sehr interessant zu sehen, wie die Amerikaner einen Feiertag verbringen. Ein sehr gemütliches Wochenende geht zu Ende.

Sonntag, 27. Mai 2007

Memorial Day Weekend

Das Memorial-Day-Weekend ist in den USA immer eine große Sache. Der Memorial Day ist immer am letzten Montag im Mai. An diesem Tag wird den amerikanischen Soldaten gedacht. Viele nutzen das lange Wochenende, um Verwandte und Freunde zu besuchen und Parties zu feieren. Da unsere letzte große Party mittlerweile schon wieder ein paar Tage zurück liegt, entschließen wir uns spontan, am Sonntag ein Memorial-Day-Barbecue zu veranstalten. Natürlich müssen wir vorher noch das Haus auf Vordermann bringen, was im Wesentlichen bedeutet, dass man an jedem freien Platz amerikanische Nationalflaggen postiert. Alles, was nur ein wenig patriotisch ist, wird rausgekramt. Das kennen wir ja schon von den Amis. Interessanterweise kann ich aber in diesen Tagen auch eine ziemlich ernste Diskussion im Fernsehen und Radio mitverfolgen, in der es darum geht, ob nicht schon zu viele Flaggen in der Gegend herumhängen und ob der amerikanische Patriotismus zum Kommerz verkommt.

Für manche kommt die Einladung am Sonntag Vormittag wohl ein wenig zu knapp, also feiern wir eine Party im kleinen Kreis. Kim schaut mit ihren Kindern vorbei, Simon kommt aus Dallas und auch Neil, den ich schon auf der Hochzeit kennen gelernt habe, ist auch dabei. Zosia und Joseph sind auch eine Weile da, müssen aber dann wieder weg, weil sie zum Kino verabredete sind. Genauer gesagt zum Programmkino. Star Trek – Der Zorn des Kahn. Ich habe den beiden nicht zugetraut, dass sie sich einen solchen Film ansehen, obwohl ich weiß, dass sie Filmfreaks sind. Naja, wieso nicht…

Jenny ärgert sich ein wenig, dass nicht mehr Leute gekommen sind, dass vor allem einige ihrer Freundinnen ausgelassen haben. Aber auf der anderen Seite versteht sie auch, dass die Einladung selbst für ihre Verhältnisse sehr kurzfristig gekommen ist. Simon wirft also den Gasgrill an, und die Burger und Hot Dogs werden gerade noch fertig, bevor es leicht zu regnen beginnt. Nach dem Essen trifft man sich in der Garage, wo die richtige Party los geht. Zuerst spielen wir ein Würfelspiel, und weil uns das nach 2 Stunden zu fad wird, erkläre ich ihnen, wie man knobelt. Jenny hält nicht sehr viel davon, und Matt scheint heute überhaupt nicht gerne zu spielen. Er philosophiert lieber über Gott und die Welt. Die meiste Zeit knoble ich also mit Simon und Neil. Vor allem Neil ist total von diesem einfachen Spiel fasziniert. Nach alter amerikanischer Tradition beschließen wir, eine „world series“ im Knobel auszutragen, der Sieger darf sich dann natürlich Weltmeister nennen. Neil tritt natürlich für die USA an, und da Simon für England antreten will, natürlich als eigener Kontinent, trete ich für „Continental Europe“ an. Simon ist auch gleich mein erster Gegner im Halbfinale (die USA warten nach einem Freilos schon im Finale). Simon geht gegen mich gleich einmal 5:1 in Führung, aufgrund der Zeitverschiebung leide ich noch etwas unter Trainingsrückstand und bin nicht ganz bei der Sache. Nach der Halbzeit komme ich aber wie ausgewechselt vom Klo zurück und siege souverän mit 10:7. Island Europe ist ausgeschaltet, jetzt packen wir den Ami!

Neil ist wirklich ein verbissener Gegner. Bis zum 4:4 geht es knapp her, doch plötzlich zieht er auf 8:4 davon. Continental Europe steht schon wieder mit dem Rücken zur Wand. Dazu kommt dann auch noch der Spott von Neil, der den nahen Sieg wittert. In seiner Euphorie verwettet er auch noch seine Lieblingskappe aus Fredericksburg auf seinen Sieg. Nun bin ich also nach meinem 12:10 Sieg nach Verlängerung stolzer Träger des Weltmeistertitels und einer neuen Kappe. Ich feiere meinen Sieg mit lautem Geschrei und einer Ehrenrunde vor dem Haus, mit einer Fackel in der Hand. Das ist Sport!

Den Rest der Nacht vertreiben wir uns mit dem Paintballblasrohr von Matt. Anfangs habe ich ja gedacht, dass das Kinderkram ist, aber wenn man einmal begonnen hat, ist das plötzlich sehr lustig. Zuerst schießen wir auf Matts Auto (nein, nicht den Mustang!), danach auf die Glockenspiele im Garten. Wir treffen schon ganz gut, es gelingt uns aber trotzdem nicht, eine Melodie zu spielen. Zu guter Letzt schießen wir im Garten auf alles, was uns einfällt, dementsprechend sieht dieser dann auch aus. Unser Lieblingsziel ist eine Bierflasche, die wir auf einem alten Laptop platzieren. Zu diesem Zeitpunkt sind nur mehr Neil und ich munter, und auch Neil legt sich kurz darauf auf die Couch. Ich mache es mir in der Garage gemütlich und beobachte den unglaublichen Regenguss, der plötzlich einsetzt. Dazu höre ich mir das 80er Jahre Special im Radio an, das schon das Ganze Wochenende läuft. Als es hell wird, gehe ich ins Bett.

Donnerstag, 24. Mai 2007

Mit dem Jeep durch Austin

Ich war zwei Tage lang allein im Haus, ein wenig Ruhe hat mir sehr gut getan. Am Donnerstag folge ich der Einladung von Zosia und Joseph, in ihrem Haus zu bleiben, bis Matt und Jenny am Samstag wieder zurück kommen.

Da Zosia mich nicht gerne abholen will, meint sie, ich solle mit Jenny's Jeep zu ihnen fahren. Joseph erklärt mir am Telefon den Weg, den ich mir auch noch einmal im Internet ansehe. Ich fahre also los, bis zur Autobahn ist es kein Problem, denn diese Strecke kenne ich schon. Irgendwo muss ich aber einmal falsch abgebogen sein, denn die Wegbeschreibung passt plötzlich so gar nicht mehr. Überhaupt hat sich das Ganze in der Theorie unkomplizierter angehört, als es in der Praxis ist. Überall gibt es in jede Richtung mindestens 2 Spuren, und natürlich massenweise Verkehr am Beginn der rush-hour. Der Verkehr macht mir eigentlich nichts aus, aber wenn man in einer Stadt, in der man sich überhaupt nicht auskennt, und in einem Land, dessen Verkehrsregeln und Beschilderungen man nicht kennt, unterwegs ist, ist man irgendwann mal ganz leicht überfordert. Wenn dann auch noch sintflutartiger Regen dazu kommt, wird das Ganze unlustig. Ich bleibe stehen und rufe Joseph an. Ich bin auf einer Straße, auf der wir schon einmal gefahren sind, aber es stellt sich heraus, dass ich am falschen Ende der Stadt bin. War ja eh klar. Also erklärt mir Joseph den Weg von dort zu seinem Haus, eigentlich ganz einfach, nur zurück zur letzten Kreuzung und dann Richtung Westen. Das Problem ist, dass ich keine Ahnung habe, wo hier welche Himmelsrichtungen sind, und so muss Joseph mir den Weg mit links und rechts beschreiben. Nach gut 2 Stunden, statt der eigentlich geplanten halben Stunde, komme ich dann endlich an. Für den Rückweg werde ich mich von Matt abholen lassen, soviel ist mal klar.

Samstag, 19. Mai 2007

Die Hochzeit

Nach der langen Nacht haben wir alle sehr lange geschlafen, trotzdem sind wir alle ziemlich fit. Ich in als erster mit dem Anziehen fertig, was wahrscheinlich ein Fehler war, denn ich schwitze schon nach wenigen Minuten ziemlich in meinem Anzug. Aber ich muss ganz ehrlich zugeben, ich sehe toll aus!

Wir schaffen es wieder, rechtzeitig zur Kirche aufzubrechen. Matt und Simon fahren im Mustang, ich fahre mit Brad. Adnan ist nach der Party ins Hotel gefahren, in dem eigentlich auch Brad eingecheckt hat, und ist nicht zu erreichen. Brad ruft im Hotel an und lässt sich ins Zimmer verbinden, aber Adnan hebt nicht ab und so wird sein Anruf in die Rezeption zurückgelegt. Brad fragt nach der Zimmernummer von Adnan, und eine Diskussion mit der Rezeptionistin beginnt:

Brad: "Could you please tell me his room number so that I can call him again?"
Rez.: "I'm sorry, Sir, but I can't give you the number of one of our guests."
Brad: "But I checked in with him yesterday, I just can't remember the number."
Rez.: "Sorry, Sir, but I can't do this."
Brad: "Well, then I suppose you will explain his wife why he isn't at the church in time for his wedding?"
Rez: "The mumber is 316, Sir!"

Die Hochzeit ist eigentlich so wie geprobt, alles verläuft glatt. Der einzige Unterschied ist, dass es viel mehr Tränen als am Vortag gibt. Auch uns Groomsmen stehen Tränen in den Augen, als wir Matt's Gesichtsausdruck sehen, als er Jenny beim Betreten der Kirche zum ersten Mal in ihrem Hochzeitskleid sieht. In diesem einzigen Blick können wir alle sehen, was Jenny ihm bedeutet. Der Priester ist ein lustiger Mann, während seiner Predigt läuft er hin und her, tätschelt das Brautpaar, führt einen Dialog mit ihnen und erzählt Witze. Nichts ist davon zu merken, dass er Matt anscheinend nicht mag. Diese Theorie hat Matt selbst aufgestellt, nachdem er zu spät zur ersten Besprechung und gar nicht zur zweiten Besprechung gekommen ist.

Nach der Trauung fahren wir alle zum Hochzeitsempfang. Dieser findet bei Freunden, Nikki und Ed, im Garten statt. Sie haben ein riesengroßes Zelt aufgestellt, mit Ventilatoren, Lichtanlage und allem Drum und Dran. Dazu gibt's ein super Buffet (Habe ich schon erwähnt, dass ich Essen liebe?). Es geht weiter mit den offiziellen Toasts und den Tänzen. Danach wird der Brautstrauß geworfen. Alle weiblichen Singles müssen sich auf die Tanzfläche stellen, um den Strauß zu fangen. Da nur eine Frau wirklich single ist, stellen sich auch alle nicht verheirateten Frauen dazu. Jenny schummelt ein wenig und wirft den Strauß genau der einzigen Single-Frau zu. Danach sind die Single-Männer dran, und damit ich nicht ganz alleine da stehe, gesellen sich auch die nicht verheirateten Männer zu mir. Matt ertastet ein blaues Strumpfband vom Fuß seiner Frau und wirft es. Ich kann ihm keinen Vorsatz (wie Jenny) vorwerfen, denn er weiß nicht, wo ich stehe, aber auf jeden Fall fange ich das Ding unter dem großen Jubel der Gäste und posiere damit für Fotos. Anscheinend ist das eine ganz große Sache, denn viele kommen zu mir und gratulieren. Und nicht wenige laden sich bei der Gelegenheit gleich zu meiner Hochzeit ein, die nach dem Brauch im nächsten Jahr stattfinden muss. Na da bin ich mal gespannt...

Gegen 7 Uhr ist der offizielle Teil des Empfangs zu Ende, das Bautpaar rauscht im Mustang mit einem "Just Married"-Schild davon. Viele Gäste verlassen die Party, weil auch Matt's Vater in einem Hotel einen Empfang für die Verwandten aus Dallas gibt. Das Brautpaar ist nach wenigen Minuten wieder zurück, sie und viele andere Gäste ziehen sich um. Jetzt beginnt die Party erst richtig. Die Tanzfläche verwandelt sich in eine Outdoordisco, es wird getanzt und ausgelassen gefeiert. Gegen 9 Uhr sind die meisten schon ziemlich bedient, weil sie literweise harte Mixgetränke getrunken haben. Ich habe mich Gott sei Dank ans Bier gehalten, das ja bekanntermaßen in den USA nicht so stark ist.

Höhepunkt der Party ist ein Lied von David Allen Coe, "You never even call me by my name". Aus irgendeinem Grund scheint das so eine Art Hymne für die Anwesenden zu sein, alle singen mit. Mir gefällt das Lied auf Anhieb. Ich weiß, dass ich zuhause damit relativ alleine da stehen werden, weil es ein Country- und Westernsong ist, aber ich habe Euch in meine Linkliste trotzdem den Link zum Lied und den Lyrics gestellt, weil der Text ziemlich witzig ist. Vor allem die Stelle, in der er erzählt, was man für einen perfekten Country- und Westernsong braucht, und dann die Strophe, die sein Freund dazu geschrieben hat. Hört Euch das an, es lohnt sich!

Der sentimentale Musikhöhepunkt hat freilich schon vorher stattgefunden, als Jay, Scott und Greg "Til kingdom come" von Coldplay live gesungen haben. Coldplay haben dieses Lied gemeinsam mit Johnny Cash kurz vor dessen Tod geschrieben. Johnny Cash starb, bevor sie das Lied gemeinsam im Studio aufnehmen konnten.

Gut, nachdem ich nun meiner Musikleidenschaft freien Lauf gelassen habe, weiter bei der Party. Gegen 2 Uhr entschliessen wir uns, zu Matt's Haus zu fahren und dort weiter zu feiern. Recht viele Leute sind nicht mehr fähig, zu fahren, wir bekommen gerade noch genügend zusammen, dass wir zum Haus und Matt und Jenny ins Hotel kommen. Da das zweite Auto zum Haus noch ein wenig zu brauchen scheint (Jay und Scott haben auf dem Rasen sitzend die Gitarre ausgepackt), bekommen Frank, der fährt, Brad und ich den Schlüssel und fahren schon mal los. Wir müssen aber noch tanken und daher eine Tankstelle suchen. Danach besteht Brad darauf, mir einen Burger zu spendieren, und so machen wir uns auf die Suche nach einem "Whataburger" Restaurant, denn ein anderer Burger kommt nicht in Frage. Nach einem ziemlich großen Umweg kommen wir beim Haus an, Brad ist inzwischen wieder munter geworden, und die anderen sind natürlich schon da. Irendwie haben sie es geschafft, durch die Hintertüre ins Haus einzubrechen.

Die Party läuft bis in die Morgenstunden, nach einer kurzen Rast beginnen wir aufzuräumen. Damit ist die Party aber keinesfalls gelaufen. Am Abend sind wir bei Jenny's Schwester Kim zum Essen eingeladen, ich kann aber leider nicht mitkommen, da ich Migräne bekomme. Ich lege mich also ins Bett. Am nächsten Tag sehe ich, dass die anderen wieder eine große Party geschmissen haben. Jenny und Matt wollten eigentlich heute, Montag Nachmittag, in die Flitterwochen fahren, da aber niemand Lust hat, die Party zu beenden, und Brad und Simon auch noch da sind, verschieben sie die Reise um einen Tag. Simon fährt am Montagabend nach Hause, Brad bleibt noch eine Nacht und wir feiern weiter.

Am Dienstag fährt dann auch Brad nach Hause, und am Nachmittag fahren dann auch Jenny und Matt in die Flitterwochen nach Corpus Christi, einem Erholungsort am Meer.

Freitag, 18. Mai 2007

Rehearsal Dinner

Nach der Probe gehts zun Rehearsal Dinner, ein sehr feiner Empfang in einem offensichtlich sehr teuren Hotel, der von Matts Eltern organisert wurde. Matt und Jenny wollten die Hochzeit eigentlich sehr einfach und geldsparend gestalten, aber Matts Vater hat es sich nicht nehmen lassen, diesen Empfang zu organisieren. Mir solls Recht sein, denn hier gibts massenweise Speisen und Getränke zum Nulltarif.

Außerdem lerne ich hier einige interesante Leute kennen: Chris und Marianna (Matts Eltern), Jay, John (mit seiner Freundin Hildreth) und natürlich Frank. Ich schätze Frank auf ca. 45 Jahre, er war hat sich einmal eine Wohnung mit Matt geteilt. Frank it der einzige, der für die Hochzeit noch weiter angereist ist als ich. Er arbeitet nämlich für eine Ölfirma in Quatar.

Das Dinner ist hauptsächlich dazu da, dass sich alle Leute schon vor der Hochzeit kennen lernen. Außerdem gibt's hier die Gelegenheit zu Toasts von Personen, die nicht auf der Toast-Liste bei der Hochzeit selbst stehen. Moderiert wird das Ganze von Matt's Vater Chris, der auch eine nette Anekdote über Matt und Brad erzählt:

Chris: "I remember when I got a call from one of our neighbours. He told me that my son Matt and this Robinson kid (=Brad) had spread a whole truck load of Christmas trees all over his garden."
Matt: "He deserved it, he was an a**hole!"
Chris: "They had to spend the whole next day with removing the trees from this men's garden. He deserved it. He was an a**hole".

Das gesamte Dinner ist ziemlich spaßig und teilweise natürlich auch ziemlich sentimental, weshalb die Hälfte der Gäste auch heult wie die Schlosshunde. Zwischendurch zeigt mir Greg bei einer Rauchpause seinen Lieblingsplatz in Austin: Die Kreuzung Congress Avenue/6th Street. Er schleppt mich mitten auf die Kreuzung, was bei dem starken Abendverkehr ziemlich gefährlich ist und für lautet Gehupe sorgt, aber der Ausblick von dort zahl sich wirklich aus: Für einige Sekunden können wir den Blick über die Congress Avenue direkt zum Capitol genießen.

Jenny verbringt die Nacht vor der Hochzeit schon im Hotel, in dem sie mit Matt auch die Hochzeitsnacht verbringen wird. Wir Jungs fahren zu Matt's Haus und feiern weiter. Ich helfe Matt, ein Lied für den Tanz mit seiner Mutter auszusuchen, der ihm sehr wichtig ist. Am Ende einigen wir uns auf "Here comes the sun" von den Beatles. Simon schafft es tatsächlich, Matt zeitig (ca. 3 Uhr) ins Bett zu bringen, und de Rest folgt zwischen 4.30 (ich) und 6.30 (Simon und Brad).

Rehearsal

Mit vereinten Kräften haben Simon, Brad, Adnan und ich es geschafft, Matt rechtzeitig ins Auto und dann zur Kirche zu bekommen. Die Probe (rehearsal) für die Hochzeit steht auf dem Programm. Der Priester erklärt genau, wie die Zeremonie ablaufen wird, denn es sind einige Leute dabei, die nicht mit den Abläufen einer katholischen Hochzeit vertraut sind. Eine Kirchenangestellte geht genau mit uns durch, wie wir wo zu stehen haben, wie der Einzug funktioniert etc. Im Prinzip ist die Zeremonie natürlich wie bei uns, nur dass es bei uns keine Groomsmen und Bride's Maids gibt. Vor der Braut zieht also das Gefolge in die Kirche ein. Die Groomsmen kommen von rechts, die Brautjungfern von links, treffen sich am Mittelgang, gehen in Paaren nach vor, verbeugen sich vor dem Bräutigam, der mit seinem Trauzeugen vorne wartet, und gehen nach links und rechts weg, um Aufstellung zu nehmen. Als letzte kommt die Braut, geleitet vom Brautvater, und wird dem Bräutigam "übergeben". Alles in Allem ist das ganz witzig. Ob die Probe einen Tag vor der Hochzeit wirklich nötig ist, weiß ich allerdings nicht.

Matt, immer 5 Minuten zu spät

Laut Jennys Hochzeitsplan (ein einseitiges Mail mit allen Details) ist die Hauptaufgabe von Simon, dass er dafür sorgt, dass sich Matt vor der Hochzeit nicht betrinkt und dass er rechtzeitig dort auftaucht. Zweiteres hört sich zwar nicht so wild an, aber wer Matt kennt, weiß, dass das die schwierigste Aufgabe ist. Wie ich selbst schon erleben musste, schafft es Matt nie, einen Zeitplan einzuhalten. Immer kommt ihm etwas dazwischen, tausend kleine Kleinigkeiten sind plötzlich noch zu erledigen, wenn es darum geht, endlich loszufahren. Seine Freunde und seine Familie haben sich schon relativ gut darauf eingestellt, und so sagen sie ihm immer Zeiten, die ca. 1 Stunde vor der richtigen Zeit liegen. Das Problem ist, dass Matt das mittlerweile geschnallt hat und diese Zeit schon einrechnet, was wiederum zu Verspätungen führt.

Das Ganze geht sogar soweit, dass Matt die Hochzeit seines besten Freundes Simon versäumt hat. Eine Woche später, Samstag gegen 13.45 Uhr, läutet bei Simon plötzlich das Handy, und ein ziemlich ratloser Matt fragt ihn, ob er denn die falsche Zeit bekommen hat, denn er steht vor der Kirche und niemand ist hier... Die Zeit stimmt diesmal, aber Du bist eine Woche zu spät dran!

Die Gang

Seit gestern trudeln ständig Leute hier im Haus ein, es wird noch fleißig vorbereitet, aber im Prinzip läuft die Party seit gestern Abend. Hauptsächlich sind es Verwandte von Jenny und die Groomsmen von Matt.

Jenny's Vater Bob ist mit seiner 2. Frau Nancy gekommen, auch Jenny's Mutter, deren Namen ich leider vergessen habe, ist hier. Dazu die schon angesprochenen Tanten, die eigentlich weniger vorbereiten, als herumsitzen und quasseln. Viel quasseln. Deshalb ist die Garage auch unser Zufluchtsort, was nicht schlimm ist, denn hier halten wir und ohnehin die meiste Zeit auf.

Jenny's Brüder Scott, mit seiner Frau Sam(antha), und Greg mit seiner Freundin Crystal (auch Pistol) sind hier. Beide sind so kahl wie Matt, was eine Unterscheidung sehr schwierig macht. Alle außer Crystal scheinen zu wissen, dass Greg nach der Hochzeit mit ihr Schluss machen wird. Das ist schade, denn alle mögen sie sehr. Scott und Greg sind ushers, d.h. sie sind bei der Hochzeit dafür verantwortlich, dass die Leute ihre Plätze finden, streng getrennt natürlich, Braut links, Bräutigam rechts.
Greg ist Mechaniker und spricht sogar einige Worte Deutsch. Er war nämlich für 4 Monate für einen Autokonzern in Deutschland stationiert, um Hagelschäden zu reparieren. Er hat mir ziemlich genau erklärt, was er da gemacht hat, wenn auch in sehr schwer verständlichem Deutsch: "Dellenentfernung ohne Lackierung!" Ihr könnt mir glauben, ich habe schon eine Weile gebraucht, bis ich das verstanden habe. Er musste es mir ins Englische übersetzen, dann hab ichs kapiert ;-)
Um die allgemeine Verwirrung mit den vielen Personen noch ein wenig voranzutreiben, erzähle ich auch noch schnell von Rosel und John, den Eltern von Sam, die die Schwägerin von Jenny, also Scotts Frau, ist. Matt und Jenny scheinen auch zu ihnen eine sehr enge Beziehung zu haben. Matt ist vor allem begeistert von John, der berühmt ist für seine trockenen, sarkastischen Kommentare.

Gestern ist auch schon Simon angekommen, Matt's bester Freund und Trauzeuge. Er ist aus Manchester, und witzigerweise ist er derjenige, den ich am schlechtesten von allen verstehe. Er hat einen wirklichen miesen englischen Akzent. Ich weiß nicht, was er hauptberuflich macht, aber ist nebenbei auch Reverend, oder besser Minister, was bedeutet, dass er auch Hochzeiten durchführen darf. Soweit ich weiß hat er sich dafür irgendwo übers Internet angemeldet. Die Hochzeit wird er aber nicht halten, da er erstens der Trauzeuge ist und es zweitens eine katholische Hochzeit sein wird. Simon ist ein wirklich netter Typ, und ohne einen der beiden beleidigen zu wollen, muss ich sagen, dass er mich ein wenig an Koti erinnert.

Heute morgen sind noch Brad und Adnan eingetroffen. Brad heißt eigentlich Cyrus, aber wie bei Matt sprechen ihn seine Freunde mit seinem 2. Vornamen an. Er wohnt (wie auch Simon und Adnan) in Dallas. Er wohnt dort in einer Wohngemeinschaft mit einem Freund, an den Wochenenden ist auch seine kleine Tochter bei ihm. Adnan ist Schauspieler, sein Vater war Türke und ist leider an Krebs gestorben, als Adnan 10 Jahre als war. Seine Mutter ist Mexikanerin. Irgendwie ist das eine nicht sehr alltägliche Kombination, darum finde ich das sehr interessant.

Die weiteren Groomsmen, außer Simon, Brad, Adnan und mir, sind John, ein Freun Matt aus Collegezeiten, Matt's Bruder Jay ("This is my brother Jay, he's named by a letter in the alphabet") und Joseph. Diese werden wir aber erst heute Abend treffen.

Mittwoch, 16. Mai 2007

Die Fledermauskolonie

Am Abend treffen Matt und ich und mit Jenny und deren soeben eingetroffener Familie (ihre Mutter, ihre Schwester und massenweise Tanten) and der Congress Avenue Bridge, um die berühmte Fledermauskolonie zu beobachten. Unter dieser Brücke haben sich Millionen von Fledermäusen eingenistet, die nach der Dämmerung alle gleichzeitig ausfliegen, was einen riesengroßen Schwarm an Fledermäusen bedeutet. Eigentlich wollte die Stadtverwaltung alle Fledermäuse töten, aber dann haben sie es sich Gott sei Dank anders überlegt und kurzerhand eine Touristenattraktion daraus gemacht. Es ist auch wirklich ein Spektakel, wenn es plötzlich überall piepst und kreichst und die Fledermäuse alle gleichzeitig unter der Brücke hervorkommen. Leider sind sie heute relativ spät gekommen, sodass man es zwar mit freiem Auge gut sehen konnte, es für Fotos aber zu dunkel war. Deshalb hier ein Link zur Homepage mit besseren Fotos:

Offizielle Homepage

Fotos von Steve

Tag 2 mit Zosia

Erste Station ist Mount Bonnell. Das ist eine Aussichtwarte mitten in der Natur, ein paar Stufen führen vom Parkplatz hinauf. Von oben hat man eine gute Aussicht in alle Richtungen, vor allem Richtung Stadtzentrum und Berge.

Fotos Mt. Bonnell


Danach fahren wir zur Laguna Gloria, dem Austin Museum Of Art. Das ist eine herrlich idyllische Künstleranlage, am "See" (dazu später mehr) gelegen. Die Anlage besteht aus einem Haupthaus und vielen kleinen Nebenhäusern, den Studios. Rund um die Anlage gibt es jede Menge Waldwege zum Spazieren und Ausruhen. Irgendwie sieht das aus wie eine Künstlerkolonie, wie wir sie aus dem Fernsehen kennen. Nur, dass hier keine Alt-Hippies wohnen, sondern Kunstlehrer kommen, die den Schülern - meist Frauen - Unterricht geben. Am Gelände laufen überall Pfaue frei herum, die Leute potraittieren die Landschaft. Wenn ich genauer hinsehe, sind das wahrscheinlich doch Alt-Hippies.

Fotos Laguna Gloria

Zum Mittagessen sind wir im Hula Hut, einem Restaurant am Ufer. Das Ganze ist ein wenig auf Hawaii getrimmt, von der Einrichtung bis zu den Kellnerinnen. Wir melden uns am Eingang an und bekommen ein kleines schwarzes Gerät. Wir sollen warten, bis wir aufgerufen werden, wenn ein Platz frei wird. Nach ein paar Minuten beginnt das Kästchen wie wild zu blinken und zu piepsen, das Zeichen, dass ein Tisch frei geworden ist. Das ist zwar technisch sehr interessant, aber da der Wartebereich nur 2 Meter von der Anmeldung entfernt ist, hätten sie uns auch einfach ausrufen können, aber das wäre wohl nicht der Texasstil gewesen. Wir bekommen einen Tisch direkt am See, am Staudamm, der den Town Lake und den Lake Austin trennt. Wenn man das weiß, gehört man hier schon zu den Einheimischen, denn im Prinzip sind das alles keine Seen, sondern es ist der Colorado River. Das Wasser fließt hier so langsam, dass man den Fluss für einen See halten könnte, und sicher spielt auch mit, dass die Einwohner von Austin (der schönsten Stadt in Texas) sehr stolz auf ihre Stadt sind, und da haben sie sich einfach 2 Seen geschaffen. Austin ist übrigens auch die Welthauptstadt der Livemusik ("vergiß New Orleans"). Das Restaurant ist sehr gemütlich, ich essen einen Burger, der ca. 3 Burgern bei McDonald's entspricht. Auch die Qualität ist nicht zu vergleichen, richtige Burger bekommt man halt nur in den USA. Das Bsondere hier in Texas ist, dass alles ein wenig in Richtung TexMex-Food geht, was mir sehr schmeckt. Ich sehe direkt auf das Wasser hinab, dort tummeln sich Schildkröten, die immer wieder auftauchen, um Luft und Sonne zu schnappen, bevor sie wieder untertauchen. Das geht alles sehr schnell, deshalb sind die Viecher auch so schwierig zu fotografieren. Rundherum schwimmen auch riesengroße Fische, die Leute, die in der Nähe angeln, haben bisher jedoch nur Plastiksackerl und ähnlichen Müll gefangen.

Fotos Hula Hut

Danach geht es in die Innenstadt. Ich besuche mit Zosia das Capital, so etwas wie das Parlament. Laut Zosia sind die Abgeordneten in Texas die faulsten im ganzen Land, sie treffen sich nur alle 2 Jahre für ca. 4 Monate. Das hat hauptsächlich damit zu tun, dass die meisten Abgeordneten das nicht hauptberuflich machen, sondern berufstätig sind, Farmen haben etc.

Fotos Capital

Am Abend holen mich Matt und Joseph von dessen Haus ab, und wir fahren zur Happy-Hour der IBM-Angestellten ins Waterloo Ice House. Das ist eine gemütliche Spelunke, wo massen weise Chickenwings mit den verschiedensten Saucen, Chips mit Dips und Bier in großen Krügen serviert werden. Matt und ich müssen jedoch relativ früh weg, denn das Highlight des Tages soll noch folgen.

Foto Waterloo Ice House

Dienstag, 15. Mai 2007

Tag 1 mit Zosia

Ich fahre mit Jenny zum Brautmodengeschäft, wo sie ihr Kleid anprobiert. Ihre Schwester Kim mit den Kindern Brandon und Sarah und ihre Freundin Dawn mit der kürzlich adoptierten Ava sind auch dort. Fotos gibts hier.

Zosia holt mich direkt von dort ab. Jetzt weiß ich auch, was es mit ihrem Namen aus sich hat. Er schreibt sich nicht Sosia, sondern Zosia. Wie ich vermutet hatte, ist das eine Kurzform, nämlich für Zofia. Die Praktikabilität dieser Abkürzung möge jeder für sich beurteilen. Zosia hat vergessen, dass sie am Abend Gäste haben, deshalb beschließen wir kurzerhand, dass ich bei ihr und Joseph übernachte.

Wir fahren als erstes zu einem Restaurant namens "Zuzu". Dort esse ich einen Monsterburrito. Natürlich nicht, ohne mein weißes Hemd anzupatzen. Und natürlich brauche ich dieses Hemd auch am nächsten Tag, da die Übernachtung nicht geplant war. Typisch.

Danach fahren wir in die Stadt zum Central Market. Das ist ein übergroßer Lebensmittelmarkt in einer Halle, ungefähr so groß wie der Naschmarkt. Die Preise sind zwar nicht die billigsten, aber die Auswahl und die Qualität der Produkte sind unbeschreiblich. Danach gehts nachhause, wo ich ihr mit den shish kabobs (=Spieße) helfe. Es gibt Spieße mit Gemüse und Shrimps.

Am späten Nachmittag gehe ich mit Joseph zu deren Community Pool. Pool ist für unsere Verhältnisse ein wenig untertrieben, wir würden eher Freibad dazu sagen. Dieses ist für alle Leute aus der Umgebung gratis zu benützen ist. Darüberhinaus gibt es auch noch 4 Tennisplätze zur freien Verfügung. Das Clubhaus kann man auch für Veranstaltungen mieten, Matt und Jenny hatten dort ihre Verlobungsparty.

Am Abend kommen Nachbarn vorbei, um "American Idol" zu sehen und zu Abend zu essen. Es sind also, Maria, Zosia, Joseph, Tina, Kiki und Havier anwesend.
Zosia und Joseph beobachten gerne Vögel. Sie haben schon über 2000 Vögel gesehen. Verschiedene Vögel natürlich. Dafür sind sie sehr viel herungereist, nach Europa, Asien und Afrika. Sie führen genau Buch über ihre Beobachtungen, und das Romantische daran ist, dass sie nur Vögel in die Liste aufnehmen, die sie gemeinsam gesehen haben. Joseph ist 57 und arbeitet seit 30 Jahren bei IBM. Er ist dort für die Übersetzungsabteilung verantwortlich, im Sommer wird er sich allerdings zur Ruhe setzen. Zosia war Lehrerin und produziert nun Schmuck. Beide sind auch Künstler, sie nehmen Unterricht in einem Studio. Zosia in Metallarbeit für ihren Schmuck, Joseph malt. Ziemlich gut sogar. Maria sitzt die meiste Zeit nur herum, erst später wird sie ein wenig warm und erzählt mir viel von den guten Alten Zeiten. Die Unterhltung ist leider ein wenig einseitig, weil Maria fast taub ist, aber irgendwie schaffen wir es, uns zu unterhalten. Ich glaube sie mag mich, weil sie immer zu strahlen beginnt, wenn sie ich sieht. Ihr besonderer Liebling ist Joseph, der sich rührend um sie kümmert, stets ihre Hand hält und mit ihr spricht.
Tina und Kiki sind ein Paar. Er ist Puertoricaner, sie Amerikanerin. Sie hat aber in Deutschland studiert und ist dann insgesamt für 6 Jahre dort geblieben, weil sie sich verliebt hatte. Sie spricht also sehr gut Deutsch, und kann jedes einzelne Lied der "Fledermaus" singen, natürlich nicht ohne lustigen amerikanischen Akzent. Sie und Kiki verkaufen selbst produzierte Seifen, und Tina sagt selbst, dass es unglaublich ist, welchen Schrott die Leute für gutes Geld kaufen.
Havier ist Kubaner, sein Lebensgefährte ist Ernesto, Kikis Bruder. Dieser ist aber nicht dabei, weil er Probleme mit seinem Chef und deshalb keine Lust hatte.

Die Freunde von Zosia und Joseph sind sehr nett, wir verbringen wirklich einen schönen und interessanten Abend. Wieder einmal bestätigt sich, dass die Leute in Austin sehr weltoffen sind und sich nicht nur für die eigene Politik und das eigene Land interessieren. Ich habe bisher auch noch keinen getroffen, der den Präsidenten mag.

Später am Abend kommt noch die Nachbarin Elisabeth vorbei. Ich hätte sie auf ca. 25 geschätzt, aber nach ihren Erzählungen muss sie mindestens 10 Jahre älter sein. Die ist mit einem Iren, Steve, verheiratet, der Softwareentwickler für Spiele ist. Die beiden sind schon ziemlich viel in der Weltgeschichte herumgekommen, aber Steve arbeitet immer bis spät in die Nacht, und deshalb ist Elisabeth laut Joseph die gelangweilteste Person, die er kennt.

Montag, 14. Mai 2007

Spec's


Highlight des Tages war ein Einkauf bei Spec's. Das ist ein gigantischer Spirituosenladen. Wir haben dort für die Hochzeit eingekauft, ich habe sogar Wein aus der Wachau dort gefunden.

Sonntag, 13. Mai 2007

Muttertag

Am Muttertag, nach dem anstrengenden Garagenverkauf, habe ich ich ziemlich lange geschlafen. Den gesamten Nachmittag habe ich mit Legospielen verbracht. Ich habe für die Hochzeitstorte eine Garagenverkaufsszene nachgebaut. Jen und Matt haben sich nämlich auf einem Garagenverkauf wieder getroffen. Wieder getroffen deshalb, weil sie bemerkt haben, dass sie schon gemeinsam zur Grundschule gegangen sind.

Am Abend sind wir Maria, Joseph, Zosia und ihrem Neffen Adam zum Essen in Mimi's Cafe gegangen. Mimi's Cafe

Samstag, 12. Mai 2007

The Garage Sale

Am Freitag haben wir beschlossen, einen Garagenverkauf zu machen, weil ich Matt erzählt hatte, dass es so etwas bei uns nicht gibt. Wir haben also am Freitag Abend noch jede Menge Krempel zusammengesucht und für den Verkauf vorbereitet. Nebenbei haben wir ein wenig gefeiert, was dazu führte, dass wir erst um halb vier ins Bett kamen.
Ich stehe um Viertel nach 7 auf, Matt schläft noch. Da er am Nachmittag in die Arbeit muss, beschließe ich, ihn noch nicht zu wecken. Ich schaffe den ganzen vorbreiteten Schrott in die Auffahrt und stelle einige Schilder auf. Eine Anzeige auf eine lokalen Internetseite haben wir am Vortag noch gemacht. Dann beginne ich mit dem Verkauf.

Es dauert nicht lange, bis die ersten Interessenten kommen. Es ist unwahrscheinlich, was sich alles verkaufen läßt, bei uns in Österreich wäre das unvorstellbar. Aber hier wird wirklich alles gekauft: kaputte Laptops, Kleider, die bei uns auf einem Flohmarkt niemand kaufen würde, ein Plasktikwaschbecken, vollkommen hässliche Weingläser, ...
Ein Mann kommt vorbei und fragt mich, ob wir auch Waffen oder Kameras haben. Ich biete ihm an, ihn mit einer unserer Wasserpistolen zu fotografieren, aber irgendwie will er nicht darauf eingehen...
Matt geht gegen Mittag ins Büro, und da wir für amerikanische Garage-Sale-Verhältnisse spät mit dem Verkauf begonnen haben, bleibe ich am Nachmittag noch dort und verkaufe weiter.

Grundsätzlich kann ich sagen, dass die Amerikaner ein sehr freundliches und vor allem offenes Volk sind. Sie kommen vorbei, sprechen mit Dir und sind sehr interessiert. Jeder kennt Österreich (ausser dem Arbeiter von nebenan, der mich für einen Australier hielt, wohl auch deswegen, weil er als Mexikaner meinen Akzent nicht einordnen konnte), und die meisten waren schon dort oder zumindest in Europa. Ich hatte einen sehr schönen Tag, die bisher schönste Erfahrung auf dieser Reise. Das mag auch der Grund sein, warum wir diesen Tag bis in den Morgen gefeiert haben...

Fotos

Freitag, 11. Mai 2007

Mustang Sally


Am Freitag Abend haben wir am Mustang gearbeitet. Das es schon dämmerte, hatte ich die verantwortungsvolle Aufgabe, die Taschenlampe für Dan zu halten. Dan ist ein Freund von Matt vom gleichen Mustang-Owners-Club. Matt hat einen 1965 Forde Mustang Convertible, ein irres Geschoß in einem hervorragenden Zustand. Nach der Schrauberei haben wir auch gleich eine Probefahrt gemacht.
Mehr Fotos hier

eSold

Am Freitag waren wir den ganzen Tag im eSold Büro. Das Geschäft läuft eigentlich sehr gut, jede Menge Leute kommen und bringen Dinge, die sie über ebay verkaufen wollen. Das Problem ist, dass diese Dinge meist einen zu geringen Wert haben, um viel Profit abzuwerfen, und das Auflisten von Auktionen ist ziemlich zeitaufwendig, wenn man es professionell machen will. Darüber hinaus hat Matt Probleme mit seinen Angestellten, die zwar sehr gut arbeiten, aber aufgrund persönlicher Gründe die Firma verlassen müssen oder wollen. Deshalb ist Matt gerade auf der Suche nach neuen Angestellten, und das kurz vor der Hochzeit und der Hochzeitsreise.
Kunden kommen also in das Geschäft, die Daten werden aufgenommen. Danach wird recherchiert, wieviel diese Dinge bei ebay bringen könnten. Das war im Wesentlichen meine Aufgabe. Aufgrund dieser Einschätzung wird entschieden, ob es sich auszahlt, eine Auktion zu starten oder nicht. Wenn ja, werden die Gegenstände registriert, fotografiert und online gestellt. Die Aukionen beginnten grundsätzlich Sonntag Abend, weil da die meisten Leute zuhause sind, und laufen für eine Woche. eSold bekommt einen gewissen Prozentsatz des Verkaufswertes und verdient überdies am Versand. Es ist ziemlich spannend und interessant zu sehen, wie dieses Geschäft läuft.

Wenn ich mit im Büro bin, gehe ich zum Mittagessen immer nebenan in Jason's Deli. Das ist ein ziemlich cooles Restaurant mit einer großen Auswahl an Sandwiches und Burgern. Mein Favorit ist ein Reuben-Sandwich, in dem Sauerkraut ist. Ich habe mir das überhaupt nicht vorstellen können, aber es schmeckt wirklich nicht schlecht.
Mehr über Jason's Deli könnt Ihr hier nachlesen: Jason's Deli

Donnerstag, 10. Mai 2007

Sosia und Joseph

Donnerstag, 10.05.2007, Abend
Wir fahren zu Matt's Cousin Joseph zum Abendessen. Das ist ca. 20 Minuten mit dem Auto entfernt, in den Hügeln rund um Austin. Die Landschaft dort ist toll. Ich habe immer gedacht, dass Texas ein total trockenes Land ist, aber es regnet gar nicht so wenig, und deshalb ist hier alles grün. Zwischen den Häusern gibt es sehr viele Bäume, und irgendwie sehen hier alle Wohngegenden außerhalb der Stadt wie Villenviertel aus.
Sosia und Joseph sind ein älteres Ehepaar, Jenny und Matt haben ein sehr gutes Verhältnis zu ihnen, und sie unternehmen viel gemeinsam. Joseph arbeitet bei IBM, Sosia ist zuhause. Dort wohnt auch noch ihre Mutter, Maria. Sosia (ich nehme mal an, dass man das so schreibt, weil es offensichtlich eine Kurzform ist) ist aus Polen ausgewandert, als sie 12 war. Ihre Mutter ist 95, hört sehr schlecht, weigert sich aber, ein Hörgerät zu tragen. Deshalb sitzt sie meist nur herum und ist sehr still. Sie hat einen ausgeprägten Sammlersinn, wenn man irgendetwas im Haus liegen lässt, (Ringe, Geldtascherl, ...) findet man es ziemlich sicher in ihrem Zimmer.
Sosia und Joseph sind sehr nette und offene Leute, wir sitzen auf der Veranda und unterhalten und gut. Joseph macht Spieße am Griller, Sosia die Beilagen dazu. Sosia bietet mir auch an, mir am Dienstag und Mittwoch einige Sehenswürdigkeiten zu zeigen. Ich nehme das gerne an, denn ich verstehe mich super mit ihr.

Fotos

Mein erster Urlaubsarbeitstag

Obwohl ich in den letzten Tagen sehr wenig geschlafen habe, wache ich als erster auf, so gegen Viertel nach 7. Ich kann einfach nicht mehr schlafen. Wahrscheinlich kommt jetzt so langsam die Aufregung, mit ein wenig Verspaetung. Eine Stunde spaeter stehen Jenny und Matt auf. Matt geht laufen und will dann den Rasen maehen. Irgendwie sind sie verpflichtet, den Rasen sauer und kurz zu halten, von wem diese Regelung ausgeht, habe ich aber noch nicht herausgefunden. Waehrend Matt weg ist, kehre ich die Terrasse und spritze sie mit dem Schlauch ab. Irgendwie ist die Duese ein wenig defekt und so spritzt das Ding in alle Richtungen, was aber sehr erfrischend ist, weil es schon ziemlich erfrischend ist. Letzte Nacht hat es geregnet, und auch fuer heute ist wieder Regen angesagt.

Nach einer kleinen Hausregellehre von Matt machen wir uns auf den Weg. Unsere erste Station ist das Einkaufszentrum, genauer gesagt das Geschaeft, in dem die Pingiun-Anzuege fuer die Hochzeit ausgeliehen werden. Wir haben uns zwar letzte Woche ziemlich geplagt, bis wir die Masse genommen und geschickt haben, das war aber umsonst. Matt hat die Dame angerufen und gebeten, dass ich keine Strafe fuer die verspaetete Bekanntgabe der Masse zahlen muss, da ich direkt aus Oesterreich komme und unser erste Weg quasi gleich zu ihrem Geschaeft fuehrt. sie nimmt mir also die Masse ab, und da ich im Formular nicht angegeben kann, wie gross in Inch und wie schwer in Pfund ich bin, schaetzt sie das kurzerhand. Sie schaetzt auch meine Schuhgroesse, und die Lackschuhe passen auf Anhieb. Welch ein Augenmass! Ich probiere einige Schritte, aber es ist ziemlich gewoehnungsbeduerftig, damit zu gehen. Da muss ich bei der Hochzeit aufpassen... zumindest habe ich fuer die Hochzeit eine Ausrede, den tanzen kann man in den Dingern sicher nicht! tut mir ja sehr Leid...

Naechster Stopp Bank. Ich bekomme am Bankomaten meine ersten Dollars. Die Bank ist eine ziemlich coole Drive-In Bank, man kann Geld direkt vom Auto aus beheben und auch Einzahlungen machen. Man steckt das Geld in eine Box, die dann in einer Vakuumroehre in die Filiale und retour geschossen wird. Ziemlich laessig.

Danach geht's zum Buero von Matt. Ich habe ihm versprochen, ihm ein wenig bei der Arbeit zu helfen, damit er dann später mehr Zeit für mich hat. Seine Firma verkauft auf eBay Dinge für andere, selbstverständlich gegen Entgelt. Für Österreich kann ich mir gar nicht vorstellen, dass so etwas funktionieren könnte, zumindest nicht im Moment, aber in den USA scheint es einen großen Markt dafür zu geben. Auf jeden Fall hat Matt derzeit 2 Mitarbeiter und ist auf der fieberhaften Suche nach einem dritten. Die Arbeit ist wirklich spannend, man würde gar nicht glauben, was die Leute so verkaufen und auch selbst kaufen! Zuerst bin ich ein wenig an der Rezeption, sprechen mit Leuten, die sich informierten wollen, was ein wenig komisch ist, wenn man sich selbst nicht so richtig auskennt. Aber es macht Spaß. Später helfe ich dann Matt beim Onlinestellen von Auktionen.

Am Abend sind wir bei Matt's Cousin eingeladen, ich bin schon gespannt, wie das wird.

Ridge Rock Drive

Ich stehe am Flughafen und Matt ist noch nicht hier. Ich mache mir aber keine Sorgen, denn ich war auch verspaetet, als ich ihn in Wien abgeholt habe, also wird er mich wahrscheinlich aus Rache ein wenig warten lassen. Ich versuche, ihn anzurufen, damit er weiss, wo ich stehe, aber irgendwie schaffe ich es nicht, die Nummer richtig zu waehlen, und auch meine Versuche, testweise im Buero anzurufen, enden bei der Auskunft (nette Dame). Wenig spaeter kommt Matt und wir fahren zu ihm nachhause. Er wohnt noerdlich von Austin in einer Stadt namens Round Rock. Laut einer Werbung auf dem Flughafen gibt es dort die besten Donuts von ganz Texas.

Matt und Jenny haben ein ziemlich grosses einstoeckiges Haus in einer ruhigen Gegend. Erinnert mich ein wenig an Desperate Housewives. Angebaut ist eine Doppelgarage, eine Haelfte davon nimmt Matt's Mustang "Sally" ein, in der anderen Haelfte steht ein gemuetlicher Tisch. Ich bekomme ein eigenes Zimmer (mit dem besten Ventilator des Hauses), danach setzen wir uns gleich in die Garage. Jenny ist total nett! Matt scheint ihr ziemlich viel von mir erzaehlt zu haben, denn sie ist voll informiert. Sie hat sogar Deutsch gelernt, aber leider nur von Matt, was bedeutet, dass man die Deutschkenntnisse in einem Satz Zusammenfassen kann: "Scheisshaus geschlossen, Wappler". Also habe ich den Deutschunterricht gleich wieder aufgenommen und die tiefere Bedeutung der Phrase "Schleich Di" eroertert.

Ich bin mittlerweile seit ueber 48 Stunden auf (mit Ausnahme von ca. 3 Stunden Schlaf in den Flugzeugen), und trotzdem sitzen wir bis halb 3 morgens bei ein paar Bierchen und quatschen. Bevor ich ins Bett gehe, rufe ich noch Reinhard zurueck und erfahre, dass mein Keller ueberflutet ist. Irgend etwas passiert immer, wenn man mal grade nicht da ist.

Fotos

Anmerkung

Ich habe bemerkt, dass meine Post ziemlich lange werden und Euch sicher einige Dinge nicht besonders interessieren. Da ich beschlossen habe, diesen Blog auch ein wenig als Tagebuch und Erinnerung fuer mich zu nutzen, muesst Ihr mit meinen Ausschweifungen leben. Sorry!

Die gefuerchtete Einreise

Mit 2 Stunden Verspaetung bin ich in Washington gelandet, aber ich habe noch genug Zeit bis zum Anschlussflug. Zuerst werden meine Fingerabdruecke genommen, ein Digitalbild gemacht und meine Papiere kontrolliert. Das alles dauert nur wenige Sekunden. Ich muss mein Gepaeck abholen, durch den Zoll, und es dann wieder einchecken. Einchecken ist ein wenig uebertrieben, denn man laesst es einfach stehen, geht weiter und vertraut darauf, dass es auch wirklich wieder fuer den richtigen Flug eingecheckt wird.

Als naechstes wieder ein Sicherheitscheck, und man sagt mir, dass die Flasche vom duty free shop in Wien zu gross fuer mein Handgepaeck ist. Der nette Officer geht mit mir zurueck, das eingecheckte Gepaeck steht Gott sei Dank noch dort und ich kann die Flasche hineingeben. Dann noch einmal durch den Sicherheitscheck (Jacke ausziehen, Taschen oeffnen, Schuhe ausziehen, Laptop raus) und weiter geht's zum Gate fuer den Flug nach Austin.

Das Ganze hat also wunderbar funktioniert, die Beamten waren sehr freundlich und hilfsbereit. Nach all den Schauergeschichten, die ich schon ueber die Behoerden in den Usa gehoert habe, war das eine wirklich positive Erfahrung.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Lauter Wahnsinnige - und das in Wien

Nach über 28 Stunden ohne Schlaf trete ich die Reise vom Büro aus an. Der Taxler ist pünktlich da, das ist aber auch schon das einzig Positive. Irgendwie schafft es der Typ nicht, die Lüfung aufzudrehen, im Auto ist es schweineheiß und die Scheiben sind total beschlagen. Immer wieder macht er sich mit einem Taschentuch ein ca. 30x30cm großes Sichtfenster frei, das aber gleich wieder beschlägt. Das Taschentuch steckt er immer wieder in seine Sakkotasche und plagt sich wenig später, es wieder herauszubekommen. Die Fahrt dauert eine Stunde, weil er gescheiterweise die ganze Altmansdorferstraße runter fährt. Als Mitarbeiter eines Airportservices, der schon tausende Male zum Flughafen gefahren ist, sollte er es eigentlich besser wissen. Na gut, zumindest hat er bewiesen, dass er blind zum Flughafen findet, denn gesehen hat er wie gesagt nicht viel.

Am Flughafen gehe ich zum KLM-Schalter, wo sie mir sagen, dass ich zum Austrian-Schalter muss. Das hätte mir eigentlich auch auffallen können, aber ich habe mich ein wenig von der Verpackung irritieren lassen.

Der nette Herr am Schalter sagt als erstes zu mir: "Herr G..., Sie haben Übergepäckt." Woraufhin ich ihm erkläre, wie das wirklich funktioniert und warum ich kein Übergepäck habe. Das sieht er auch ein. Allerdings schickt er mich weg und bittet mich, 15 Minuten später nch einmal zu kommen - tschechische Probleme beim Check-In nach Washington. Ich also nach einiger Zeit nochmal hin, er fragt mich, wo ich sitzen will, ich sage Fenster, er sagt OK, nach einer Weile kommt er aber drauf, dass auf meiner Boarding Card kein Sitzplatz vermerkt ist. Den werde ich direkt beim Boarding bekommen.

Jetzt sitze ich gerade vor dem Gate und warte auf das Boarding. Meinen Sitzplatz habe ich schon, aber die Maschine ist noch nicht da, weil sie getauscht werden musste. Die ganze Chose beginnt also gleich mal mit Warten. Eigentlich sollten wir vor 20 Minuten abgeflogen sein.

Nach dem Check-In habe ich Jack Silver getroffen, er fliegt auch nach Austin, gemeinsam mit Wolfgang. Mal sehen, was mit den beiden wird.

Eine andere gute Nachricht habe ich auch noch: Ich habe in der Nacht noch Matt am Telefon erreicht und weiß jetzt, wo ich wohne. Das sollte mir bei der Einreise helfen. Hoffentlich geht in Washington beim Zoll alles in Ordnung, ich weiß nicht, ob die paar Dosen Budweiser, die ich in der Früh noch beim Spar besorgt habe, das urchgehen. Matt hat mich am Telefon noch einmal darauf aufmerksam gemacht, dass das amerikanische Bier wie Wasser ist und es gut wäre, wenn ich ein paar mitnehmen könnte.

Weitere Hürden

Nachdem ich mir das schon wochenlang vorgenommen hatte, habe ich nun einen Tag vor meiner Abreise einen Nachsendeauftrag auf der Post in Auftrag gegeben. Das ist kein leichtes Unterfangen, wenn die Postlerin unfreundlich ist und herummault, dass man das normalerweise 5 Werktage vor Inkrafttreten erledigen muss. Letztendlich hat des doch funktioniert, nachdem ich ihr gesagt hatte, dass mir eigentlich wurscht ist, wann genau der Auftrag in Kraft tritt, Hauptsache, mein Postkastl geht nicht über. Warum ich die Post nur innerhalb von Wien (ins Büro) weiterleite, war ihr glaub ich bis am Schluss nicht ganz klar.

9 Stunden vor dem Check-In fällt mir ein, dass ich ja das Einreiseformular für die USA ausfüllen könnte. Und die guten Amis wollen wissen, wo ich denn wohnen werde. Ich habe keine Ahnung. Das Internet soll helfen, ich google Matt und hoffe, seine Adresse zu finden. Nix da. Ich schreibe schnell ein Mail an Matt und hoffe, dass die Infos noch rechtzeitig ankommen. Dafür habe ich bei Google 2 interessante Links gefunden:

Matt's Homepage

Matt's Firma - eSold

Freitag, 4. Mai 2007

Erste Hürden

Ich habe diese Woche mit Matt telefoniert. Ich werde bei der Hochzeit einer seiner "groomsmen" sein. Einer von 7. Leider gibt dafür es keine vernünftige Übersetzung ins Deutsche, zumindest habe ich keine gefunden. Dafür diesen Link: "What are groomsmen and ushers?"

Auf jeden Fall muss ich meine Körpermaße schicken, damit der Smoking beim Verleih vorbereitet werden kann. Ist gar nicht so leicht, aber mit Hilfe meiner Mum und eines Versandkataloges habe ich das geschafft. Da Matt, wie er selbst sagt, ein fauler Hund ist, habe ich das Ganze dann auch noch in Inches umrechnen müssen. Nun bin ich mal gespannt, ob mir das Teil dann auch passen wird...

Mittwoch, 2. Mai 2007

Abflugtermin fixiert

Ich habe gerade meinen Abflugtermin fixiert. Am Mittwoch, den 9. Mai 2007 gehts los. Abflug 11.10 in Wien, 14.35 Umstieg in Washington und Ankunft in Austin um 19.35. Am 9. Juni werde ich wieder in Wien landen.

Dienstag, 1. Mai 2007

Ich habe keinen Plan

Nachdem ich schon mehrere Monate nichts mehr von meinem Freund Matt gehört habe, habe ich einmal nachgefragt, ob die Einladung noch steht, die Hochzeit wirklich stattfindet und ich auch wirklich bei ihm wohnen darf.

Die Antwort, typisch Matt:
"As I mentioned to you before, our home is always open to you my friend! YOU ARE WELCOME TO STAY AS LONG AS YOU LIKE. Just don't steal a lot of stuff, especially the stuff I stole from your place!!!"

Na gut, dann bestelle ich mal das Ticket...