Am Freitag haben wir beschlossen, einen Garagenverkauf zu machen, weil ich Matt erzählt hatte, dass es so etwas bei uns nicht gibt. Wir haben also am Freitag Abend noch jede Menge Krempel zusammengesucht und für den Verkauf vorbereitet. Nebenbei haben wir ein wenig gefeiert, was dazu führte, dass wir erst um halb vier ins Bett kamen.
Ich stehe um Viertel nach 7 auf, Matt schläft noch. Da er am Nachmittag in die Arbeit muss, beschließe ich, ihn noch nicht zu wecken. Ich schaffe den ganzen vorbreiteten Schrott in die Auffahrt und stelle einige Schilder auf. Eine Anzeige auf eine lokalen Internetseite haben wir am Vortag noch gemacht. Dann beginne ich mit dem Verkauf.
Es dauert nicht lange, bis die ersten Interessenten kommen. Es ist unwahrscheinlich, was sich alles verkaufen läßt, bei uns in Österreich wäre das unvorstellbar. Aber hier wird wirklich alles gekauft: kaputte Laptops, Kleider, die bei uns auf einem Flohmarkt niemand kaufen würde, ein Plasktikwaschbecken, vollkommen hässliche Weingläser, ...
Ein Mann kommt vorbei und fragt mich, ob wir auch Waffen oder Kameras haben. Ich biete ihm an, ihn mit einer unserer Wasserpistolen zu fotografieren, aber irgendwie will er nicht darauf eingehen...
Matt geht gegen Mittag ins Büro, und da wir für amerikanische Garage-Sale-Verhältnisse spät mit dem Verkauf begonnen haben, bleibe ich am Nachmittag noch dort und verkaufe weiter.
Grundsätzlich kann ich sagen, dass die Amerikaner ein sehr freundliches und vor allem offenes Volk sind. Sie kommen vorbei, sprechen mit Dir und sind sehr interessiert. Jeder kennt Österreich (ausser dem Arbeiter von nebenan, der mich für einen Australier hielt, wohl auch deswegen, weil er als Mexikaner meinen Akzent nicht einordnen konnte), und die meisten waren schon dort oder zumindest in Europa. Ich hatte einen sehr schönen Tag, die bisher schönste Erfahrung auf dieser Reise. Das mag auch der Grund sein, warum wir diesen Tag bis in den Morgen gefeiert haben...
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