Mittwoch, 30. Mai 2007

Der Bürgermeister von Strawberry Fields

Ein kurzes nicht chronologisches Intermezzo:

An den vier Tagen meines Aufenthalts in New York war ich viermal bei Strawberry Fields. Am ersten Tag war ich noch sehr damit beschäftigt, die Gegend zu erkunden und gute Fotos zu schießen, auf denen ich möglichst auch einmal drauf bin. Anfangs habe ich ihn gar nicht richtig bemerkt, ihn für einen der vielen Tourist Guides gehalten, aber als ich dann noch mal hingekommen bin ist mir bewusst geworden, dass er sich dort gemütlich eingerichtet, hat, dass er die Leute kennt, dass er, zumindest tagsüber, dort lebt: Gary. Der Bürgermeister von Strawberry Fields. So nennt er sich zumindest selbst. Und wird mittlerweile auch von denen, die ihn kennen, so genannt. Eigentlich hat er einen spanischen Namen, aber den kann sich keine merken, also nennen ihn halt alle Gary. Im Prinzip kann man sagen, dass Gary ein Sandler ist. Er hängt seit über 14 Jahren, die letzten davon sogar durchgehend, in Strawberry Fields herum und hat dort eine Parkbank in Beschlag genommen. Begleitet wird er von seinem Hund. Auch seine Freundin öfters mal vorbei. Beide sind Drogen nicht abgeneigt, aber während man Gary ab und zu mal mit einem Joint sieht, deutet das Aussehen seiner Freundin darauf hin, dass da auch noch andere Mittelchen im Spiel sind.

Was Gary von einem „normalen Sandler“ unterscheidet, ist seine Liebe zu Strawberry Fields und seiner Geschichte. Täglich schmückt er das Imagine-Mosaik auf eine andere Weise, meist mit Blumen und Ähnlichem, nach seinen eigenen Erzählungen hat er dafür aber auch schon exotischere Gegenstände wie etwa Bananen herangezogen. Alle Fremdenführer in der Umgebung dürften Gary mittlerweile kennen, denn immer, wenn eine Gruppe sich dem Mosaik nähert erhebt sich Gary von seiner Parkbank und geht auf die Gruppe zu. Derzeit humpelt er wohl eher auf die Gruppe zu, denn sein Fuß ist eingegipst. Dann erzählt er über die Geschichte von Strawberry Fields, verweist auf das Dakota Building wirbt mittels seiner Verzierungen für den Frieden. Natürlich kann man ihm auch eine Kleinigkeit zukommen lassen, was die Leute auch eifrig tun. Er hat dafür eine Gitarre auf das Mosaik gelegt, in die die Leute die Münzen hineinwerfen. Unter meinen Video-Links findet sich auch ein Video von Gary. Das dürfte übrigens zur selben Zeit aufgenommen worden sein, in der auch ich dort war, denn er trägt auch in dem Video einen Gips.

Keine Kommentare: