Montag, 3. Juli 2006

Rom - Tag 5

Im Büro, indem wir uns die Bestätigung abholen sollen, weiß natürlich niemand davon. Wir erklären, dass der Pater uns geschickt hat, und freundlicherweise erklärt und der Mitarbeiter, dass er nicht der Pater ist. Damit scheint die Sache für ihn erledigt. Wir drängen, dass er den Pater (sein Chef übrigens) anruft und die Sache klärt. Der Pater hat vergessen, die Angelegenheit weiterzugeben, aber schließlich bekommen wir die Bestätigungen doch noch.

Wir sollen um 9 mit den Bewerbungsgesprächen beginnen, aber natürlich ist noch keiner da, als wir kommen. Tobia muss noch P. Rainer von den Callisto Katakomben abholen. P. Rainer ist Deutscher und arbeitet seit 14 Jahren in den Katakomben, die von den Salesianern betreut werden. Er wurde von seinen Kollegen in Deutschland gebeten, die Auswahl der Volontäre zu übernehmen. Eigentlich wusste er nur, dass er Volontäre für Benediktbeuern auswählen muss, jetzt ist aber auch noch die Auswahl für Chemnitz und Bonn dazugekommen. Das alles ist an ihm vorübergegangen, denn bei den Salesianern funktioniert das Internet schon seit einem Monat nicht. Die Salesianer rufen zwar täglich an und beschwerden sich, doch es kommt einfach kein Techniker vorbei. Dafür wird ihnen von der Internetfirma am Telefon aber bestätigt, dass es wirklich eine Frechheit ist, dass noch keiner gekommen ist.

Die Gespräche sind interessant, aber anstrengend. Durchgehend von 9 bis 19 Uhr. Dazwischen nur eine Mittagspause, die ich aber für den Versand von Emails nutze. P. Rainer ist ganz witzig. Er scheint die Gespräche mit den Jugendlichen zu genießen, erzählt, wie schön die Gegend um Benediktbeuern ist und welch ein Kaff Stams nicht ist. Die erste Bewerberin fragt er, ob sie raucht. Sie verneint, er lobt sie und erklärt, dass alle Raucher einen schlechten Charakter haben. Ich fühle mich natürlich angesprochen, und auch Margit grinst mich an. P. Rainer greift in seine Tasche, zieht eine Packung Marlboro 100 raus und zündet sich eine an. Das ist sehr praktisch, das erste Gebäude in Rom, in dem wir rauchen dürfen. Durch die ganzen Nebensächlichkeiten, über die bei den Interviews gesprochen wird, wenn sie auch teilweise ganz spannend sind, wird der Zeitplan ziemlich eng.

Ein Ticket zum Flughafen kosten 9,50 Euro. Tobia gibt uns einen Insidertipp: wir sollen das Ticket nicht am normalen Schalter, sondern am Schalter direkt am Bahnsteig kaufen. Wir machen uns also auf zum Bahnsteig, angetrieben von Margit, die darauf achtet, dass der Zeitplan eingehalten wird. Der Schalter am Bahnsteig besteht nur aus einem Klapptisch. Ein Ticket kostet 11 Euro. Super Tipp, aber eigentlich hätten wir es ja nach den vergangenen Ereignissen schon besser wissen müssen.

Beim Rückflug selbst gibt’s keine Probleme, wir kommen aber mit Verspätung an, weil die Maschine nicht rechtzeitig starten konnte.

Zum Abschluss ist zu sagen, dass wir eine wunderschöne Zeit in Rom hatten. Wenige Tage nach der Ankunft in Wien ist bei uns einer unserer Projektpartner aus Turin da, dem ich auch von meiner Reise erzähle. Ich sage ihm auch, dass Rom eine wunderschöne Stadt ist. Er stimmt mir zu: „Yes, Rome is a beautiful city. Too beautiful for the Romans. They don’t deserve it!“

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