Da mein Flug ja praktisch über den gesamten Kontinent geht, habe ich die Gelegenheit, ein wenig zu schlafen. Da muss ich mich jetzt schon ein wenig selbst loben, denn das habe ich wieder einmal sehr effizient organisiert. Gegen 10 Uhr Ortszeit komme ich in Las Vegas an. Auf dem Flughafen kann ich mir leider keinen Reim auf das öffentliche Verkehrssystem machen, deshalb stelle ich mich für ein Taxi an. Das ist eine gute Entscheidung, denn es stellt sich heraus, dass mein Hotel nicht sehr weit vom Flughafen entfernt ist, und so komme ich für 7 Dollars dorthin. Die Lage macht mich jedoch ein wenig stutzig, denn ich habe mir das ein wenig anders vorgestellt. Allen, die einmal ein Hotel in Las Vegas reservieren müssen, kann ich nur raten, bei der Lagebeschreibung genau aufzupassen, den „in Strip-Nähe“ kann sehr weit davon weg sein, wo man eigentlich hin wollte. Ich bin de facto auch nur 3 Querstraßen vom Strip entfernt, aber die lassen sich aufgrund der großen und meist auch noch abgesperrten Flächen nicht so einfach durchqueren. Und in jede Nebenstraße gehe ich auch nicht mehr rein, seit ich CSI: Las Vegas gesehen habe. Dazu kommt, dass sich der Strip, streng genommen der Las Vegas Boulevard, von Norden bis Süden durch ganz Las Vegas zieht, und im Wesentlichen auch Nord Las Vegas, wo sich der klassische Stadtteil mit den älteren Casinos befindet, mit den neueren Casinos im Süden verbindet. Das ist jener Stadtteil, den wir, oder zumindest ich, mit dem Strip verbinde. Das Hotel befindet sich auf jeden Fall in der Nähe eines Autobahnkreuzes, zwischen Stratosphere Tower und Palace Station (Das ist das Casino-Hotel, in dem O.J. Simpson wegen eines Erpressungsversuches verhaftet wurde). Das Hotel ist sehr nett, auch wenn die Lobby aufgrund von Umbauarbeiten derzeit nicht sehr einladend aussieht. Ich bin noch zu früh dran, um einzuchecken, aber ich kann mein Gepäck an der Rezeption hinterlassen. Bis zum Check-In begebe ich mich also auf eine erste Erkundungstour durch Las Vegas.
Da ich möglichst viel von der Stadt sehen will, mache ich mich wieder zu Fuß auf den Weg, aber leider muss ich sagen, dass es bis zum Strip nicht sehr viel zu sehen gibt. Rundherum ist alles ziemlich mager und scheint ausgestorben, Menschen sehe ich kaum. Ist auch nicht wirklich ein Wunder, denn es ist Mittag, die Sonne brennt herunter und es hat 45 Grad Celsius. Nach ca. einer halben Stunde Fußmarsch komme ich endlich an meinem Ziel an, dem neueren Teil des Strip. Der erste Anblick, der sich mir dort bietet, ist der sich gerade im Bau befindliche goldene Wolkenkratzer von Donald Trump. Und dann geht’s so richtig los.
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